DBU-Kommission für Hinweise auf Grenzverletzungen und missbräuchliches Verhalten im buddhistischen Kontext

Verantwortung braucht gute Strukturen

Buddhistische Gemeinschaften möchten Orte sein, an denen Menschen Vertrauen, Achtsamkeit und gegenseitigen Respekt erfahren. Wo Menschen zusammenleben und gemeinsam praktizieren, können jedoch auch Konflikte, Grenzverletzungen oder missbräuchliches Verhalten entstehen. Um solchen Situationen verantwortungsvoll zu begegnen, hat der Rat der Deutschen Buddhistischen Union die „DBU-Kommission für Hinweise auf Grenzverletzungen und missbräuchliches Verhalten im buddhistischen Kontext“ eingerichtet.

Die Kommission versteht sich als unabhängiges Gremium. Sie tritt nicht dauerhaft in einer festen Besetzung zusammen, sondern wird für jeden Fall neu zusammengesetzt. So können die jeweils erforderlichen Kompetenzen eingebracht und mögliche Interessenkonflikte vermieden werden. Ihr gehören – je nach Art des Falles – Mitglieder der Ethik-AG, eine Vertrauensperson der DBU, Vertreter:innen der zuständigen Organe oder Gremien der DBU sowie gegebenenfalls externe beratende Fachpersonen an.

Menschen, die sich mit einem Hinweis an die DBU wenden, sollen darauf vertrauen können, dass ihr Anliegen sorgfältig, fair und vertraulich behandelt wird. Die Kommission hört die beteiligten Personen an, bemüht sich um ein umfassendes Verständnis der Situation und entwickelt Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Sie versteht sich dabei weder als Gericht noch als Ermittlungsbehörde. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, Schuld oder Unschuld festzustellen, sondern verantwortungsvolle Schritte zur Klärung, zum Schutz der Beteiligten und zur Stärkung einer heilsamen Gemeinschaftskultur anzuregen.

Orientierung bieten dabei die Werte der DBU sowie die Freiwillige Ethische Selbstverpflichtung. Sie formuliert gemeinsame Maßstäbe für einen respektvollen Umgang miteinander und benennt zugleich Verhaltensweisen, die mit buddhistischer Praxis unvereinbar sind – etwa Machtmissbrauch, Grenzverletzungen, Diskriminierung oder das Unterdrücken berechtigter Kritik.

Die Einrichtung der Kommission ist ein weiterer Baustein der Ethikarbeit der DBU. Gemeinsam mit den Vertrauenspersonen und der Freiwilligen Ethischen Selbstverpflichtung soll sie dazu beitragen, dass Hinweise auf problematisches Verhalten ernst genommen, Konflikte möglichst früh bearbeitet und buddhistische Gemeinschaften als sichere Orte der Praxis gestärkt werden.

Kontakt: kommission@dbu-brg.org