Der Buddhismus

Der Buddhismus ist eine der großen Weltreligionen mit einer nunmehr zweieinhalbtausendjährigen, kontinuierlichen Überlieferung. Er wendet sich an alle suchenden Menschen, unabhängig von Nationalität, sozialer Herkunft oder Geschlecht und weist Wege aus Leid und Unvollkommenheit zu Harmonie und Glück.

Der Buddhismus hat weltweit ungefähr 500 Millionen Anhänger und ist damit die viertgrößte Religion der Erde (nach Christentum, Islam und Hinduismus). Der Buddhismus stammt ursprünglich aus Indien und ist heute am häufigsten in Süd-, Südost- und Ostasien verbreitet. Das Land mit den meisten Buddhisten ist China. Seit ungefähr einem Jahrhundert verbreitet sich der Buddhismus auch im Westen und nimmt dort eigene Formen an, indem er sich mit westlichen Wertvorstellungen und Kultur verbindet.

  • Buddha

Siddhartha Gautama lebte vor etwa 2500 Jahren in Nordindien. Als er mit verschiedenen Formen des Leids konfrontiert wurde, begann er nach Erkenntnis zu suchen. Doch strenge Askese als Gegenmodell zum Luxusleben bringen ihn nicht weiter: Stattdessen begründet er den Mittleren Weg, erfährt Erleuchtung und wird nun „Buddha“ (der Erleuchtete) genannt.

Im Buddhismus versteht man unter einem Buddha ein Wesen, das aus eigener Kraft die Reinheit und Vollkommenheit seines Geistes erreicht und somit eine grenzenlose Entfaltung aller in ihm vorhandenen Potenziale erlangt hat: vollkommene Weisheit und unendliches Mitgefühl mit allem Lebendigen.

  • Dharma

Die buddhistische Lehre, Dharma genannt, ist Leitlinie und Wegweiser auf dem Pfad der Erkenntnis. Die Lehre bildet – neben Buddha und Sangha – das zentrale Fundament des Buddhismus. Im Kontakt mit anderen Ländern und Kulturen differenzierte sie sich im Lauf der Jahrtausende und bietet heute ein vielfältiges Bild. Essenz der zeitlosen Erkenntnisse sind z.B. die Vier Edlen Wahrheiten, die Drei Daseinsmerkmale, der Edle Achtfache Pfad und die Lehre vom bedingten Entstehen.

  • Sangha

Der Sangha – der Orden oder die Gemeinschaft – ist von großer Bedeutung. Er umfasst die Gemeinschaft der Praktizierenden, der Erleuchteten oder aller Menschen, die der buddhistischen Lehre folgen. Während in den traditionell-buddhistischen Ländern nur Nonnen und Mönche als Sangha bezeichnet wurden, bezieht sich der Begriff heute insbesondere im Westen auch auf Laien. Der Sangha ist neben Buddha und Dharma eines der Drei Juwelen.

  • Die Vier edlen Wahrheiten

Die Vier edlen Wahrheiten bilden die Grundlage der buddhistischen Lehre.

  • Erste edle Wahrheit (dukkha):
    „Das Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll: Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Tod ist Leiden; Kummer, Lamentieren, Schmerz und Verzweiflung sind Leiden. Gesellschaft mit dem Ungeliebten ist Leiden, das Gewünschte nicht zu bekommen ist Leiden.“
  • Zweite edle Wahrheit (samudaya)
    „Und dieses ist die edle Wahrheit vom Ursprung von Leiden: das Verlangen, welches zu weiterem Werden treibt, begleitet von Begierde und Erfreuen, genössen nun hier und nun dort, d. h. Verlangen nach Sinnesvergnügen, Verlangen nach Werden, Verlangen nach Nicht-Werden.“
  • Dritte edle Wahrheit (nirodha)
    „Durch das Erlöschen (nirodha) der Ursachen erlischt das Leiden: Das restlose Vergehen bzw. Enden, Abkehren, Abtreten, Aufgeben und Loslassen genau dieses Verlangens.“
  • Vierte edle Wahrheit (magga)
    „Und dieses ist die edle Wahrheit über den Pfad der Ausübung, der zur Beendigung von Leiden führt: genau dieser Edle Achtfache Pfad, rechte Ansicht, rechte Entschlossenheit, rechte Sprache, rechte Handlung, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit, rechte Konzentration.“
  • Die Fünf Silas

Die Fünf Silas stellen im Buddhismus die grundlegenden Übungsregeln zur Entwicklung von Sittlichkeit dar. Diese einfachen Regeln sind für jede Person, unabhängig von ihrem Alter, in ihrem Wahrnehmungsbereich anwendbar.

  • Ich übe mich darin, kein Leben zu nehmen.
  • Ich übe mich darin, nichts zu nehmen, was nicht gegeben ist.
  • Ich übe mich darin, kein sexuelles Fehlverhalten zu begehen.
  • Ich übe mich darin, nicht die Unwahrheit zu sprechen.
  • Ich übe mich darin, keine den Geist berauschenden Mittel zu nehmen.
  • Die Brahmavihāras
    Die Brahmavihāras werden auch die „vier Unermesslichen“ oder die „vier himmlischen Verweilzustände“ genannt. Sie sind ein zentraler Bestandteil der buddhistischen Ethik und bezeichnen vier zu kultivierende Geisteshaltungen anderen Wesen gegenüber. Diese sind:
  • Liebende Güte (Metta)
  • Mitgefühl (Karuna)
  • Mitfreude (Mudita)
  • Gleichmut (Upekkha)
  • Die drei Daseinsmerkmale
  • Vergänglichkeit (annica)
    Die Vergänglichkeit ist eine Grundeigenschaft aller bedingten Vorgänge, seien sie körperlich oder geistig, grob oder fein, in der Innen- oder Außenwelt. Als Vergänglichkeit gelten das Entstehen, Vergehen und Anderswerden, oder das Schwinden der gewordenen, entstandenen materiellen und geistigen Phänomene.
  • Leidhaftigkeit (dukkha)
    Leid/Leidhaftigkeit des Seins. Drei Arten werden unterschieden: 1. das körperliche oder geistig empfundene Leidensgefühl; 2. das Bedrücktsein aller Daseinsgebilde durch das immerwährende Entstehen und Vergehen; 3. das Leid infolge der Tatsache, dass alle an¬genehmen und glücklichen Gefühle durch ihre Vergänglichkeit den Keim des Leidens in sich tragen. Hauptwurzel des Leids ist das Begehren (Tanha)
  • Substanzlosigkeit (anatta, wörtlich übersetzt: Nicht-Selbst oder Nicht-Ich)
    Die Tatsache, dass allen Dingen jegliche dauerhafte Essenz oder Substanz fehlt, die man als „Selbst“ bezeichnen könnte. Alles ist leer von unabhängiger Selbstexistenz.
  • Allverbundenheit, Intersein
Im Avatamsaka-Sutra steht: Die Buddhas erkennen mit ihrer Weisheit, dass der ganze Kosmos der Seienden ohne Ausnahme so wie das große „Netz im Indra-Palaste“ ist, so dass alle Seienden wie die Edelsteine an jedem Knoten des „Indra-Netzes“ untereinander unendlich und unerschöpflich ihre Bilder und die Bilder der Bilder u.s.f. in sich spiegeln. (Buch 28, Das Buch von der Wunderbarkeit des Buddha)

Dieses Prinzip drückt die Sichtweise des buddhistischen Holismus aus. Jeder Gegenstand und jedes Lebewesen existiert nicht isoliert für sich, sondern ist mit allen anderen verbunden und ist selbst in jedem anderen Teil enthalten. Der aus Vietnam stammende buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh prägte für diese gegenseitige Durchdringung den Begriff „Intersein“ (englisch interbeing).

Glossar

Hier stellen wir Ihnen die zentralen Begriffe des Buddhismus in einer Auswahl vor.

Klicken Sie auf einen der Buchstaben und die Begriffe mit dem entsprechenden Anfangsbuchstaben werden angezeigt.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

a

A-ni (tibetisch) (a ni)

Nonne. Weibliche Entsprechung zu Traba.

A-ni-la (tibetisch) (a ni lags)

Höfliche, sehr beliebte Anrede für Nonnen. Wichtig: Die Partikel „lags“ benutzt man nie für sich selbst. Wird man nach seinem Namen gefragt, antwortet man mit „Ani so und so“, aber niemals mit „Anila so und so“.

Abhidhamma / Abhidharma

Wörtliche Bedeutung: „höhere Lehre“. Dritter Teil des Tipitaka(Dreikorbs) des Pali-Kanons, auf den sich primär der Theravada-Buddhismus beruft. Syste­matisierung der buddhistischen Lehre. Frühestes Kompendium buddhistischer Philosophie und Psychologie, in dem die Lehren des Buddha und seiner Hauptschüler analysiert, geordnet und systematisiert wurden. Alle geistigen und körperlich-materiellen Prozesse werden mit Hilfe der „Dhammas“, letztendlicher Realitäten, erklärt und in einen logischen, nachvollziehbaren und praktisch anwendbaren Ursache-Wirkungszusammenhang gebracht. Der Abhidhamma besteht aus 7 Büchern, ist in Pali verfaßt und genießt vor allem in Myanmar (Burma) höchste Beach­tung. Der Abhidharma der Sarvastivada-Schule (einer späteren Hinayana– bzw. Dhammayana-Schule am Übergang zum Mahayana), in Sanskrit verfaßt, besteht wie der Abdidhamma eben­falls aus 7 Büchern, die aber z.T. beträchtlich von diesem abweichen. Er ist nur in tibetischen und chinesischen Übersetzungen erhalten.

Achtfacher Pfad

Praktisch hat die ganze Lehre des Buddha, der er sich 45 Jahre gewidmet hat, in irgendeiner Weise mit dem achtfachen Pfad zu tun. Er stellt eine praktische Weg­weisung zur vollständigen Leidensaufhebung – dem Nirvana – dar, wenn alle nachfolgenden acht Elemente erfolgreich von einem selbst gemeistert werden:

  • Rechte Ansicht (Samma Ditthi)
  • Rechtes Denken (Samma Sankappo)
  • Rechte Rede (Samma Vaca)
  • Rechte Handlung (Samma Kammanto)
  • Rechter Lebenserwerb (Samma Ajivo)
  • Rechte Anstrengung (Samma Vayamo)
  • Rechte Achtsamkeit (Samma Sati)
  • Rechte Konzentration (Samma Samadhi)

In einer anderen, kompakteren Form wird der Weg dreigliederig dargestellt:

  • Weisheit (Panna): Hierunter fallen Rechte Ansicht sowie Rechtes Denken.
  • Ethik (Sila): Hierunter fallen Rechte Rede, Rechte Handlung sowie Rechter Lebens­erwerb.
  • Sammlung (Samadhi): Hierunter fallen Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit sowie Rechte Konzentration.

Ajahn (thailändisch)

acariya (pali) = Lehrer; Verwendung als Titel und Anrede für ältere, lehrende Mönche und Nonnen, im Allgemeinen wenn sie länger als zehn Jahre im Orden sind, aber auch für gebildete Laien beiderlei Geschlechts im Lehrbereich.

Anagarika (pali)

wörtlich: Hausloser. Ein Mann oder eine Frau, der oder die in die Hauslosigkeit geht, ohne formal dem buddhistischen Orden beizutreten. Jemand der/die acht oder zehn Regeln auf sich nimmt.

Arahat / Arhant

Arahat (Pali) bzw. Arhant (Sanskrit) bedeutet „Der Befreite, Heilige, Er­leuchtete“. Er hat alle Befleckungen und Leidenschaften ausgelöscht, die Daseins-Fesseln überwunden, stirbt nur mehr einen letzten Tod und wird nicht mehr wiedergeboren. Eines der Erlösungsziele im Dhammayana bzw. Hinayana.

Ashin / Shin (burmesisch)

Mönch, Bhikkhu (nicht als Anrede; insbesondere wenn ein Mönch von sich selbst spricht oder unterschreibt).

Ashinma / Shinma (burmesisch)

Nonne (nicht als Anrede; insbesondere wenn eine Nonne von sich selbst spricht oder unterschreibt).

Ayya (pali)

die weibliche Entsprechung zu Bhante; respektvolle Anrede für Bhikkhunis und Samaneris.

b

Bekenntnis

Das Buddhistische Bekenntnis wurde erstmals 1984 von der DBU erarbeitet und abgestimmt. In der DBU-Mitgliederversammlung von 2004 wurde das Bekenntnis nochmals sprachlich überarbeitet und die zeitlos gültigen Botschaften des Buddha über Vergänglichkeit (anicca), Leidhaftigkeit (dukkha), Nicht-Ich (anatta) und Befreiung (nirvana) wurden als wichtige Bestandteile der Kernlehre benannt. Der gemeinsam gefundene Konsens im Bekenntnis macht deutlich, dass alle buddhistischen Traditionen in der Kernlehre des Buddhismus einig sind.

Bhante (pali)

ursprünglich: Bhaddanta; Ehrwürdiger; respektvolle Anrede für Bhikkhus und Samaneras von Laien und für ordensjüngere Mönche an Ordensältere.

Bhikkhu (pali)

Voll ordinierter Mönch bzw. Mönch mit der höheren Ordination (upasampada) und 227 Regeln, wie im Vinaya niedergelegt.

Bhikkhuni (pali)

Voll ordinierte Nonne bzw. Nonne mit der höheren Ordination (upasampada) und 311 Regeln, wie im Vinaya niedergelegt.

Bhikshu (Sanskrit)

Mönch

Bhikshuni (Sanskrit)

Nonne

Bodhisattva/Bodhisatta

Bodhisattva (Sanskrit) bzw. Bodhisatta (Pali) bedeutet wörtlich „Erleuchtungswesen“. Ein Bodhisattva ist ein Wesen, das durch die systematische Ausübung der Tugendvollkommenheiten (Paramita) die Buddhaschaft anstrebt. Im Mahayana heißt es, daß er jedoch solange auf das Eingehen ins vollständige Nirvana verzichtet, bis alle Wesen erlöst sind. Die sein Handeln bestimmende Eigenschaft ist Mitgefühl (Karuna), getragen von Weisheit (Prajna).

Buddha

Buddha (Pali) bedeutet wörtlich „Der Erleuchtete“ bzw. „der Erwachte“.

d

Daw (burmesisch)

Anrede für alle Frauen ab etwa 40 Jahren und auch für Nonnen, immer gefolgt vom Namen (den Namen allein zu nennen wäre unhöflich).

Dhammayana

das Fahrzeug (Yana) der Lehre (Dhamma). Schulen des Buddhismus, in denen die Lehre des Buddha im Vordergrund steht: Theravada, Frühbuddhismus. Auch ursprünglicher Buddhismus, Pali-Buddhismus oder Hinayana genannt. (Siehe auch Schulen)

Dharma/Dhamma

Dharma (Sanskrit) bzw. Dhamma (Pali) bedeutet wörtlich »das Tragende«. Gemeint ist die Lehre des Buddha, die Wahrheit und Gesetzmäßigkeit, die der Buddha erkannt, angewandt und gelehrt hat. Die Essenz der Lehre ist in den Vier Edlen Wahrheiten zusam­mengefaßt. Die universelle Lehre wird in ihren Kennzeichen als wirklichkeitsgetreu, sichtbar, zeitlos, befreiend, anwendbar und von Weisen nachvollziehbar beschrieben.

Dorje-Lobpön (tibetisch) (rdo rje slob dpon; vajraacarya): Vajralehrer

  1. Titel eines tantrischen Lehrers, seltener einer tantrischen Lehrerin, der oder die einem eine Initiation (Ermächtigung) mit Eintritt ins Mandala erteilt hat.
  2. Zeitweiliger Titel für die Dauer eines Rituals, z. B. die Lama Choepa (bla ma mchod pa; gurupuja). Wenn der Meister abwesend ist, übernimmt der jeweils älteste Schüler oder die älteste Schülerin diese Funktion, in der Regel die Person, die am längsten initiiert und mit dem Ritual am besten vertraut ist.

Dukkha

Leid/Leidhaftigkeit des Seins. Drei Arten werden unterschieden: 1. das körperliche oder geistig empfundene Leidensgefühl; 2. das Bedrücktsein aller Daseinsgebilde durch das immerwährende Entstehen und Vergehen; 3. das Leid infolge der Tatsache, dass alle an­genehmen und glücklichen Gefühle durch ihre Vergänglichkeit den Keim des Leidens in sich tragen. Hauptwurzel des Leids ist das Begehren (Tanha).

e

Ehrwürdige/r

respektvolle Anrede für Bhikkhus, Bhikkhunis, Samaneras und Samaneris.

Einheit in der Vielfalt

Einheit der Buddhisten bedeutet, dass die Buddhisten in der Kernlehre übereinstimmen. Dies kommt auch im gemeinsamen Bekenntnis zum Ausdruck. Die Betonung der Vielfalt in der Einheit bedeutet, dass in den unterschiedliche Praxisansätze, die sich in den unterschiedlichen Tradionen des Buddhismus – im Theravada und Mahayana – entwickelt haben eine Bereicherung gesehen wird. Sie alle haben die gleiche Lehre zur Grundlage und sind Mittel auf dem gemeinsamen Befreiungsweg.

Eminenz, Seine

Abgekürzt mit S. E. Dieser Ehrentitel wird im tibetischen Buddhismus für Meister einer hohen Inkarnation üblicherweise in der Öffentlichkeit von Dritten für den Benannten verwendet.

g

Ge-jong (tibetisch) (dge sbyong; sramana)

alle männlichen und weiblichen Sanghamitglieder.

Ge-lob-ma (tibetisch) (dge slob ma; siksamana; sikkhamana)

Lern-Nonne. Vorstufe zur Bhiksuni nach der Ordination zur Novizin. Sie gehört zum Bhiksuni-Sangha.

Ge-long-(pa) (tibetisch) (dge slong pha; bhiksu; bhikkhu)

vollordinierter buddhistischer Mönch.

Ge-long-ma (tibetisch) (dge slong ma; bhiksuni; bhikkhuni)

vollordinierte buddhistische Nonne.

Ge-nyen-(pa) (tibetisch) (dge bsnyen (pha); upasaka;~)

männlicher Laie. In der Regel Laien, die alle fünf Regeln genommen haben, auch als „vollständige Laien“ (yongsrdzogs dge bsnyen) bekannt. Es gibt auch Genyen, die nur „Zuflucht“ oder nicht alle Regeln genommen haben.

Ge-nyen-ma (tibetisch) (dge bsnyen ma; upasika; ~)

weibliche Entsprechung zu Gen-yen.

Ge-tsül-(pa) (tibetisch) (dge tshul (pha), sramanera; samanera)

Novize eines buddhistischen Ordens (dge ‘dun; sangha; ~), der im Gegensatz zum katholischen Novizen bereits ein lebenslanges Gelübde genommen hat. Er gehört zum Bhiksu-Sangha und darf z. B. mit auf Almosengang.

Ge-tsül-ma (tibetisch) (dge tshul ma; sramanerika; samaneri)

Novizin. Weibliche Entsprechung zu Getsül.

Gen (tibetisch) (rgan)

Im Kloster übliche Anrede für Lehrer, Mönche und Nonnen, die länger (voll) ordiniert sind als man selbst oder deren persönlichen Ordensnamen man nicht kennt. In Schulen und hand-werklichen Ausbildungsstätten wird diese Anrede auch für Laien-Lehrer verwendet.

Gen Rinpoche (tibetisch) (rgan rin po che)

Besonders höfliche Anrede gegenüber dem persönlichen geistlichen Lehrer, insbesondere wenn eine Lehrer-Schüler-Beziehung entsprechend dem Vajrayana besteht.

Gen-dag (tibetisch) (rgan bdag)

Tutor/in. Titel für fortgeschrittene Schüler/innen, die Studienanfänger betreuen, eine Klasse beaufsichtigen oder (stellvertretend) für den Lehrer das Unterrichten übernehmen.

Gen-la (tibetisch) (rgan lags)

höfliche Anrede eine(s/r) (persönlichen) Lehrer(s)/in.

Geshe (tibetisch) (dge bshes; Abk. von: dge ba’i bshes gnyen; kalyanamitra; kalyanamitta)

  1. Geistlicher Lehrer
  2. Gelehrter
  3. Gelehrten-Titel tibetischer Klosteruniversitäten für vollordinierte Mönche. Der höchste Gelehrten-Titel innerhalb der Gelug-Tradition (heute mitunter auch traditionsübergreifend) ist der eines Lharam-Geshe. Er ist an einigen Universitäten als Doktor bzw. PhD anerkannt und beinhaltet Studium, schriftliche und öffentliche Debattier-Prüfungen über die Haupttexte zu den fünf Studienfächern Pramana, Prajnaparamita, Madhyamaka, Abhidharma und Vinaya. Es gibt viele weitere Gelehrten und Geshe-Titel, die insbesondere aus der Sakya- und/oder Gelug-Tradition bekannt sind wie Ngagrampa, Sertri, Dorampa, Lingse, Rigrampa, Tsogrampa, Kachupa und Rabjampa. Es kommt vor, dass Mönche aus dem Orden austreten, d. h. das Gelübde zurückgeben, nachdem sie einen Titel erlangt haben. Für Nonnen gibt es diese Titel bisher nicht. Entsprechende Studiengänge wurden Ende der 80-er Jahre in mehreren Nonnenklöstern eingerichtet.

Geshe Rinpoche (tibetisch) (dge bshes rin po che)

Besonders höfliche Bezeichnung eines Geshe, oft eines persönlichen, meist altehrwürdigen Lehrers oder hohen Würdenträgers.

Geshe-la (tibetisch) (dge bshes lags)

Höfliche Anrede eines Geshe.

Gomi-Genyen (tibetisch)

Männliche oder weibliche Laienschüler, die in der „Quasihauslosigkeit“ leben und das achtteilige Gelübde des „Fastens“ (upavasa), welches normalerweise für einen Tag gilt, für das ganze Leben nehmen und die Gewänder eines Mönchs bzw. einer Nonne tragen.

Guru

„(ehrwürdiger) Lehrer“, „spiritueller Meister“, der den Weg kennt und der einem suchen­den Menschen den Sinn und Zweck des Daseins erklären kann, sowie auch den Weg zur Selbstverwirklichung, der aber auch die Gefahren und Hindernisse aufzeigt und bei deren Bewältigung hilfreich zur Seite steht.

h

Hamuduruwo (singhalesisch)

Respektvolle Anrede für Bhikkhus in Sri Lanka (hamuduru: sehr verehrt).

Hinayana

„Kleines Fahrzeug“ bzw. „minderes“ Fahrzeug – abschätziger Ausdruck von Anhängern des Mahayana für die Schulen des ursprünglichen oder Pali-Buddhismus (siehe auch Dhammayana). Das Hinayana wird auch manchmal als „südlicher Buddhismus“ bezeich­net, da es vor allem in den südlichen Ländern Asiens verbreitet ist: Sri Lanka (Ceylon), Myanmar (Burma), Thailand, Laos, Kambodscha. Von 18 ursprünglichen Hinayana-Schulen ist der Theravada die einzig durchgängige, heute existierende Tradition, die die Originallehre authentisch bewahrt und verbreitet hat. Im Hinayana steht die Einzelerlösung durch eigene Anstrengung im Vordergrund, die am Besten auf dem monastischen Weg erreicht werden kann. Der Buddha wird nur als Lehrer und Wegweiser gesehen – den Weg gehen muß jeder selber. Das Ideal des Arahats wird betont und damit das Ziel Erlöschung, Erleuchtung, Befreiung (Nibbana/Nirvana).

Ho-myo (jap. Zen)

Dharma-Name des/der Schüler(in), die zu Buddha, Dharma und Sangha Zuflucht genommen hat. Sie erhalten von ihrem Lehrer oder Meister einen buddhistischen Dharma-Namen. Dieser Name sagt nichts über Ausbildung oder Qualifikation aus. In Japan erhalten die Laien/Gläubigen diesen Namen erst nach dem Tod. Mit dem Dharma-Namen wird das Bestreben des Gläubigen bestätigt, die Lehre praktiziert und die Silas eingehalten zu haben.

k

Kamma/Karma

„Wirken, Tat, Absicht“, kurz: der eine Wiedergeburt erzeugende oder den Charakter und Geschick der Wesen beeinflussende heilsame oder unheilsame Wille, sowie die damit verbundenen Geistesfaktoren. Gewirkt wird mittels Taten, Worten oder auch nur Gedanken, und was einem widerfährt ist das Resultat, die „Frucht“ von früher Gewirktem.

Kancho (jap. Zen)

Oberhaupt einer Hauptlinie des Zen (Myoshin-ji, Tenryu-ji, Tofukuji, Nanzen-ji, …). Sensei und Roshi sind im Westen wohl die bekanntesten Titel und vermutlich deshalb die Bezeichnungen, die gerne und häufig benutzt werden.

Karuna

„Mitgefühl“ ist einer der vier göttlichen Verweilungszustände (brahmavihara).

Khen Rinpoche (mkhan rin po che)

Höfliche Anrede für einen Abt, seltener eine Äbtissin.

Khenmo (tibetisch) (mkhan mo; upadhyay-a/i(ka); upajjhay-a/ini)

  1. Äbtissin im Sinne des Vinaya:
    1. Äbtissin, die die Aufnahme ins Kloster vollzieht;
    2. Äbtissin, die das Ritual der Ordination einer Gelobma leitet;
    3. Äbtissin, die das Ritual der vollen Ordination leitet; sie muss mindestens zwölf Jahre voll ordiniert sein, das Ritual kennen und größtenteils auswendig können.
  2. Äbtissin eines Nonnenklosters, die vom Nonnensangha gewählt oder von höherer Instanz eingesetzt wird und entsprechend der jeweiligen Klosterordnung für eine bestimmte Dienstzeit im Amt bleibt.

Khenpo (tibetisch) (mkhan po; upadhyaya; upajjhaya)

  1. Abt im Sinne des Vinaya:
    1. der die Aufnahme ins Kloster (rab byung; pravrajita; pabbajja) vollzieht;
    2. vor dem man das Gelübde der vollen Ordination ablegt (bsnyen par rdzogs pa’i mkhan po). Er leitet das Ritual der höheren Weihe (bsnyen par rdzogs pa; upasampada; ~) und muss mindestens zehn Jahre voll ordiniert sein, das Ritual kennen und größtenteils auswendig können.
  2. Abt eines Klosters, der vom Mönchssangha gewählt oder von höherer Instanz eingesetzt wird und entsprechend der jeweiligen Klosterordnung (bca’ yig) für eine bestimmte Dienstzeit im Amt bleibt.
  3. Gelehrtentitel tibetischer Klosterseminare, sog. Schedra (bshad grwa) der Kagyü- und Nyingma- Tradition. In der Nyingma-Tradition wird der Titel einige Zeit nach der Prüfung vollordinierten Mönchen mit Lehrerfahrung verliehen. Der höchste Khenpo wird durch Seniorität oder besondere Leistung als Khen-chen (mkhan chen) bezeichnet. Es kommt vor, dass Mönche aus dem Orden austreten, d. h. das Gelübde zurückgeben, nachdem sie den Titel erlangt haben. Für Nonnen gibt es diesen Titel bisher nicht; vergleichbare Studiengänge wurden in den letzten Jahren in einigen Nonnenklöstern eingerichtet.

Khensur (tibetisch) (mkhan zur)

Ehemaliger Abt, seltener ehemalige Äbtissin.

Koyin (burmesisch)

Samanera; wird als Rufname ohne Namenszusatz verwendet.

Kruba (thailändisch)

gebräuchliche Form der Anrede für Waldmönche im Nordosten Thailands.

l

Lama (tibetisch) (bla ma; guru; garu)

Lehrer, seltener Lehrerin, auch im Sinne eines Priesters oder Seelsorgers tätig. Vermittler(in) der tibetisch-buddhistischen Überlieferung.

  1. Titel für einen männlichen oder weiblichen Tulku, Rinpoche.
  2. Oberhaupt einer Tradition.
  3. Gütiger Meister (Lobpön), geistlicher Lehrer. Eine Person, die sich entsprechend dem Mahayanasutralamkara durch zehn Eigenschaften qualifiziert, d. h. zusammengefasst: Einwandfrei die drei Schulungen praktiziert und Mitgefühl besitzt oder zumindest ein gutes Verständnis davon hat. Lamas können, aber müssen nicht ordiniert sein und/oder einen Gelehrtentitel haben.
  4. Ordinierte oder Laien, die in der Kagyü- oder Nyingma-Tradition eine 3-Jahres-Klausur abgeschlossen und so mindestens eine Praxis intensiv gemacht haben, die sie weitergeben können.
  5. Ordinierte oder Laien, die mehr Qualitäten besitzen als man selbst oder in denen man so viele Qualitäten sieht, dass man sie als Anleiter für die eigene Praxis wählt. In manchen Gegenden werden alle, die ein Ordensgewand tragen, als Lama bezeichnet, Mönche, mitunter auch Nonnen.

Lehre des Buddha (universelle)

Buddhas universelle Lehre (dharma) ist wirklichkeitsgetreu, jederzeit sichtbar, zeitlos wirksam, befreiend, anwendbar und von Weisen aus eigener Erfah­rung und Kraft nachvollziehbar. Wirklichkseitsgetreu bedeutet, dass sie die Gesetz­mässig­keiten zur Enstehung und zur Befreiung vom Leiden realistisch, d. h. in Überein­stimmung mit der Wirklichkeit beschreibt. Jederzeit sicht­bar bedeutet, dass sie aus eigener Erfahrung sichtbar ist und anhand der uns jederzeit verfügbaren Daseinswirklichkeit nachvollzogen werden kann. Zeitlos ist die Lehre, weil sie sich in Kernaussagen auf Gesetze des Daseins bezieht, die an keine Zeit gebunden sind. Das Kennzeichen „Befreiend“ bedeutet, dass sie, wenn richtig angewendet, einem zur Befreiung führt. Anwendbar bedeutet, dass sie von jedem der dazu bereit ist, angewendet werden kann. Von Weisen aus eigener Kraft im inneren nachvollziehbar bedeutet, dass sie mit keinem Besitzanspruch verbunden ist, sondern diese im inneren aus eigener Erfahrung und Kraft nachvollzogen werden kann, wenn man eine entsprechende Weisheit in seinem Geist entwickelt hat. Die Kerninhalte der Lehre sind in den Vier Edlen Wahrheiten beschrieben.

Lob-pön (tibetisch) (slop dpon, acarya, acariya)

  1. Rituelle Anrede oder Titel für einen Lehrer bzw. eine Lehrerin im Sinne des Vinaya. Es gibt fünf bzw. acht Arten von Lobpön, die Laien-, Mönchs- oder Nonnen- Gelübde geben, einem Lesen und Schreiben beibringen oder einen am ständigen Aufenthaltsort betreuen. Mönche und Nonnen, die mindestens zehn bzw. zwölf Jahre voll ordiniert sind, können z. B. bei einer vollen Ordination als Ritualleiter (las kyi slob dpon; karmaacarya) oder Lehrer im Geheimen (gsang ste ston pa; raho’nusasaka/~ika) fungieren und für zehn bzw. zwölf Jahre, aber auch lebenslang, Lehrer neuer Bhiksus oder Bhiksunis sein und sie mit Dharma und materiellen Gütern unterstützen.
  2. Titel eines Dorje-Lobpön.
  3. Titel eines gelehrten Laien (z. B. in der Nyingma-Tradition).
  4. Gelehrtentitel, der heute im Exil auch für männliche und weibliche Laien verliehen wird, z. B. am Central Institute for Higher Tibetan Studies (Indien) und Sakya College (Kathmandu); entspricht einem M.A.

Loku-Hamuduruwo (singhalesisch)

Wie Hamuduruwo, jedoch nur für den Hauptmönch eines buddhistischen Tempels (loku: Präfix für Haupt-, Ober bzw. Dienstältester).

Luang Pi (thailändisch)

Ehrwürdiger älterer Bruder; jüngere Fassung von Luang Por, üblicherweise nur von Laien gebraucht.

Luang Por (thailändisch)

Ehrwürdiger Vater; weniger formal für jemanden ab 35-40, von Mönchen und Laien gebraucht.

Luang Ta (thailändisch)

Ehrwürdiger Großvater; ältere Fassung von Luang Por, von Mönchen und Laien gebraucht.

m

Ma (burmesisch)

Anrede für alle Mädchen und jungen Frauen (bis etwa 40 Jahre) und auch für junge Nonnen, immer gefolgt vom Namen (den Namen allein zu nennen wäre unhöflich).

Madhyamika

Wörtliche Bedeutung: „Vertreter des Mittleren Weges“. Schule des Mahayana-Buddhismus, die von Nagarjuna und Aryadeva begründet wurde. Es ist der mittlere Weg in Hinsicht auf das Sein oder Nicht-Sein der Dinge. Der illusionäre Charakter und die Relativität aller Erscheinungen wird aufgezeigt. Da alle Phänomene in Abhängigkeit von bestimmten Bedingungen entstehen, haben sie kein eigenes Sein und sind leer von einem unvergänglichen Selbst. Ein Schlüsselbegriff der Madhyamika-Schule ist die Leerheit (Sunyata): es ist die Leerheit von einem Selbst und die Erlöstheit. Die Leerheit zu verwirklichen, heißt Befreiung zu erlangen.

Maeji (thailändisch)

Nonnen mit meist acht, selten zehn Regeln in Thailand – sie haben keine pabbajja-Ordination und werden als Upasikas (Laienanhängerinnen) betrachtet. Weiß gekleidet.

Mahasanghika

Angehörige der großen Gemeinde. Spalteten sich 100 Jahre nach Buddhas Tod (383 vor unserer Zeitrechnung) von den Theravadins (Angehörige der Schule der Alten) ab und behaupteten, in der Mehrheit zu sein. Die Mahasanghikas werden als Vorläufer des Mahayana angesehen.

Mahathera (pali)

Bezeichnung für einen Bhikkhu, der länger als zwanzig Jahre dem Orden angehört.

Mahathera (pali)

Bezeichnung für einen Bhikkhu, der länger als zwanzig Jahre dem Orden angehört.

Mahatheri (pali)

weibliche Entsprechung zu Mahathera und gilt für Bhikkhunis.

Mahayana

„Großes Fahrzeug“. Entwickelte sich etwa um die Zeitwende aus der Schule der Mahasanghikas. „Großes Fahrzeug“ heißt es auch, weil es durch seine Vielfältigkeit einer großen Anzahl von Menschen den Weg zur Erlösung öffnet, ja, alle Wesen erlösen will. Das Mahayana wird auch manchmal als „nördlicher Buddhismus“ bezeichnet, da es vor allem in den nördlichen Ländern Asiens verbreitet ist: Tibet, Mongolei, China, Japan, Korea, Vietnam. Im Mahayana wird weniger Wert auf ein mönchisches Leben gelegt; hier können auch Laien einfach das Nirvana verwirklichen, wobei sie auf die tätige Hilfe von Buddhas und Bodhisattvas zählen dürfen. Dem Mahayana eigen ist die Auffassung des transzendenten Charakters des Buddha. Das Bodhisattva-Ideal und der Begriff der Leerheit (Sunyata) wird betont. (Siehe auch Schulen)

Mandala

„Kreis“. Das Mandala ist eine symbolische Darstellung von kosmischen Kräften, die im tibetischen Buddhismus eine große Rolle spielt und auch oft auf Rollbildern (Thangkhas) dargestellt wird. Mandalas werden als Meditationshilfe verwendet und sind auch für bestimmte Visualisationen von Bedeutung. Man kann die gesamte äußere Welt, sowie auch den Körper und das Bewusstsein als Mandala sehen. Es wird als eine durch Meditation bewirkte Zusam­menführung zahlreicher unterschiedlicher Elemente zu einer Einheit verstanden.

Mantra

Ein Wort, eine Silbe oder auch ein Spruch, welcher energiestimulierend wirkt. Es kann gewisse Aspekten eines Buddhas zum Ausdrck bringen bzw. ist ein Name eines solchen. Eine Form der Meditation ist die ständige Wiederholung dieser Silbe(n). Im tibetischen Buddhis­mus fungiert das Mantra auch als ein helfendes bzw. schützendes Mittel.

Mönch

Ein Mönch ist ein Ordensangehöriger, d.h. Mitglied des Saṅgha, welcher die Mönchsregeln auf sich genommen hat. Dazu gehören ethische und asketische Regeln wie z. B. das Zölibat. Die Regeln für Mönche sind im Vinaya des Pāḷikanon dokumentiert (siehe dazu palikanon.com: Vinaya). Ziel des Mönchslebens ist es, durch eine vom weltlichen Leben abgeschiedene Lebensweise die spirituelle Befreiungspraxis zu intensivieren. Im Saṅgha gibt es eine höhere und niedere Ordination in Form von Bhikkhu und Sāṇera.

Mudra

„Siegel, Zeichen“. Das Mudra ist eine typische Körperhaltung oder symbolische Geste, mit welcher in der buddhistischen Ikonografie eine Buddhafigur dargestellt wird. Diese Gesten stellen zum Teil natürliche Haltungen dar oder auch symbolisieren sie bestimmte Aspekte der buddhistischen Lehre. Eine besondere Bedeutung haben Mudras im Mahayana, wo sie zusammen mit der Rezitation von Mantras kultische Handlungen begleiten. Sie können dabei helfen bestimmte innere Zustände zu verwirklichen, indem sie deren körperliche Ausdrucks­formen vorwegnehmen. Auch tragen sie dazu bei, eine Verbindung zwischen dem praktizie­renden Menschen und dem in der jeweiliger Übung visualisierten Buddha herzustellen.

n

Nä-Lama (tibetisch) (gnas bla ma)

Lama am ständigen Aufenthaltsort. Ein Lobpön oder ein Näten oder eine Nätenma, auf die sich Bhiksus und Bhiksunis nach ihrer Ordination für mindestens zehn bzw. zwölf Jahre stützen. Ein Nä-Lama kann der Abt bzw. die Äbtissin oder ein Lehrer sein, der einen (mit) ordiniert hat. Auf jeden Fall muss dieser drei Eigenschaften haben: gelehrt, ehrwürdig und stabil. Gelehrt bedeutet, gelehrt in allen drei Schriftabteilungen der Lehren des Buddha, insbesondere dem Vinaya. Ehrwürdig bedeutet, das Gelübde rein halten, d. h. zumindest keine Hauptverfehlung begangen haben. Stabil bedeutet, mindestens zehn bzw. zwölf Jahre voll ordiniert sein, im Ausnahmefall fünf Jahre. Ein Bhiksu muss, um eine vollordinierte Nonne unterweisen zu dürfen, zwanzig Jahre voll ordiniert sein.

Nä-ten-(pa) (tibetisch) (gnas brtan (pa); sthavira; thera/sthera)

Älterer (Bruder), Ehrwürdiger (engl. Venerable). Anrede für einen vollordinierten Mönch, der das Gelübde länger als man selbst und mindestens zehn Jahre einhält. Heutzutage meist nur noch in Ritualen verwendet, z. B. beim So-jong, der 14-tägigen „Beichtfeier“ (gso sbyong; (u)posadha; (u)posatha), wenn keine persönliche Lehrer-Schüler-Beziehung besteht.

Nä-ten-ma (tibetisch) (gnas brtan ma; sthavirika; theri)

Ältere (Schwester), Ehrwürdige (engl. Venerable). Anrede für eine vollordinierte Nonne, die das Gelübde länger als man selbst und mindestens zwölf Jahre einhält. Weibliche Entsprechung zu Näten.

Nibbana/Nirvana

Nibbana (Pali) bzw. Nirvana (Sanskrit) bedeutet „Erlöschen“. Höchstes und letztes Endziel im Buddhismus. Nibbana ist eine letztendliche, überweltliche Realität, frei von Entstehen und Vergehen, die es zu erfahren gilt. Es ist die restlose, unumkehrbare Befreiung von allen Fesseln und unheilsamen Wurzeln, insbesondere von Gier, Hass und Verblendung, die absolute Leidfreiheit. Nibbana ist der Ausstieg aus Samsara, dem Kreislauf der Wieder­geburten. Nibbana kann bei Lebzeiten erlangt werden – dann ist es das Erlöschen der Geistestrübungen und Leidenschaften – und im Tod ist es das restlose Erlöschen auch aller Daseinsgruppen bzw. aller geistiger und körperlicher Prozesse. Darüber hinaus bedeutet Nirvana im Mahayana auch Freiheit von Bindungen an Illusionen und Begierden, Erfahrung des Eins-Seins mit dem Absoluten, der Einheit von Samsara mit dem Transzen­denten, Aufhören allen Unterscheidens und aller Trennungen.

Nonne

Eine Nonne ist ein Ordensangehörige, d.h. Mitglied des Saṅgha, welche die Nonnenregeln auf sich genommen hat. Dazu gehören ethische und asketische Regeln wie z. B. das Zölibat. Die Regeln für Nonnen sind im Vinaya des Pāḷikanon dokumentiert (siehe dazu palikanon.com: Vinaya). Ziel des Nonnenlebens ist es, durch eine vom weltlichen Leben abgeschiedene Lebensweise die spirituelle Befreiungspraxis zu intensivieren. Im Saṅgha gibt es eine höhere und niedere Ordination in Form von Bhikkhunī und Sāṇerī. Besonderheiten: Nach dem Abreißen der Ordinationslinie der Bhikkhunī haben sich in den verschiedenen theravābuddhistischen Ländern besondere Formen entwickelt wie Sī (Myanmar), (Thailand), Sīā (Sri Lanka), die nicht als Mitglied des Saṅgha gezählt werden. Die höhere Ordination zur Bhikkhunīwurde erst neuerdings in Sri Lanka wiedereingeführt und ist jedoch in anderen traditionellen Theravā-Ländern wie Myanmar und Thailand umstritten bzw. (noch) nicht anerkannt.

Novize / Novizin

Ein Novize – lateinisch Neuling – ist ein Ordensangehöriger auf Probe, der noch keine öffentlichen Gelübde abgelegt hat. Da keine Ordination im Sinne des Vinaya vorliegt, sind Novizen nicht mit der Ordinationsform von Sāṇera und Sāṇerī gleich zusetzen.

o

Osho / Dai-Osho (jap. Zen)

Hochwürden. Dieser Titel wird Priestern nach ihrer Ausbildung im Kloster verliehen, wenn sie die Lehrerlaubnis erhalten und/oder mit der Leitung eines Tempels oder einer Gemeinde beauftragt werden. Wird auch für Zenmeister und Patriarchen der Dharmalinie benutzt. Ein(e) Osho wird normalerweise nicht <Sensei>, sondern <Osho> angesprochen. Da alle kahl rasierten, in schwarzer Robe herumlaufenden, buddhistischen Geistlichen nach ihrem Rang nicht zu unterscheiden sind, ist es in Japan jedoch üblich, jeden Priester*in mit Osho anzusprechen. Z. B. Osho-san oder Osho-sama (sehr höflich).

p

Pali-Kanon

Grundlagenwerk der Theravada-Schule und des Dhammayana. Älteste schriftliche Fixierung des Buddhismus aus dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, auf Palmblättern in der Sprache Pali und in singhalesischen Schriftzeichen niedergeschrieben. Pali ist vermutlich die Sprache, in der der Buddha lehrte. Der Pali-Kanon gliedert sich in drei Bereiche oder Körbe (sieheTipitaka): 1. Vinaya (Ordensregeln), 2. Suttanta (Lehrreden), 3. Abhidhamma (systematisierte, höhere Lehre).

Panna/Prajna

„Erkennen, Einsicht, Wissen, Weisheit“ umfasst ein weites Gebiet. Als das zum Achtfachen Pfad gehörende spezifisch buddhistische Wissen bezeichnet man das sog. Hellblickswissen (vipassana-panna), d.h. die Durchschauung aller Daseinsgebilde als vergäng­lich, leidhaft und unpersönlich.

Paramita/Parami

„(höchste) Vollkommenheiten“, d.h. die Tugenden, die ein Bodhisattva während seiner Laufbahn vervollkommnet. Die Vollkommenheiten werden in den Kommentaren und späteren Werken behandelt. Es sind: Gebefreudigkeit (dana), Sittlichkeit (sila), Geduld (khanti), Tatkraft (viriya), Meditation (jhana), Weisheit (pannâ).

Paticcasamuppada

„bedingtes Entstehen“ ist die Lehre von der Bedingtheit aller das sogenannte individuelle Dasein ausmachenden körperlichen und geistigen Phänomene. Sie bildet eine unumgängliche Voraussetzung für das eigentliche Verständnis der buddhistischen Lehre. Die zumeist benutzte zwölfgliedrige Formel des bedingten Enentstehens lautet in Kürze: Durch Unwissenheit bedingt sind die Karmaformationen, dadurch das Bewusstsein, dadurch das Körperlich-Geistige, dadurch die sechs Grundlagen, dadurch der Bewusstseins­eindruck, dadurch das Gefühl, dadurch das Begehren, dadurch das Anhaften, dadurch der Werdeprozess, dadurch die Wiedergeburt und dadurch Altern und Sterben. Der Buddha lehrte das bedingte Zusammenentstehen um zu zeigen, dass es durch die Unwissenheit und Ver­blendung zu diesem gegenwärtigen Dasein und Leiden gekommen ist, und wie es nach der Aufhebung von Unwissenheit und dem dadurch bedingten Begehren und Anhaften zu keiner neuen Wiedergeburt mehr kommt und so der Stillstand des Daseinsprozesses und die Erlö­schung alles Leidens verwirklicht wird. In der buddhistischen Lehre gibt es demnach keinen blinden Zufall. Alles was geschieht ist gesetzmäßig, d.h. es geschieht in Abhängigkeit von Bedingungen. Andererseits sollte die Lehre vom bedingten Entstehen nicht als Fatalismus aufgefasst werden.

Pra (thailändisch)

der meist verwendete Ausdruck für einen Mönch; gefolgt vom Namen.

Puttaro (burmesisch)

Anagarika; Hausloser mit acht oder zehn Regeln.

r

Rab-jung (tibetisch) (rab byung)

Eine Person, die vom Leben in der Familie in die Hauslosigkeit gezogen (rab tu byung ba; pravrajita; pabbajja), d. h. ins Kloster eingetreten ist, die Haare geschoren und ein Ordensgewand angelegt bekommen hat. Wenn es sich um jemanden auf der Vorstufe zum Noviziat handelt, lebt die Person nach den Regeln eines Tsangtschö- oder Gomi-Genyen. Auch eine allgemeine Bezeichnung für Novizen, Novizinnen, Lern-Nonnen und vollordinierte Mönche und Nonnen.

Roshi / Rotaishi (jap. Zen)

alter Zen-Meister. Wird im Rinzai-Zen nur nach Absolvierung der traditionellen Klosterausbildung und Überprüfung und Anerkennung (der Erleuchtung) durch andere Roshi verliehen und bestätigt. Im Rinzai-Zen ist der Roshi Dharmalinienhalter. Man kann sich nicht selbst zum Roshi ernennen. Ein Roshi wird normalerweise nicht mit Sensei angesprochen, sondern mit Roshi. Die korrekte Anrede in der Öffentlichkeit oder in der Schriftform ist der ganze Name, z. B. Hozumi Gensho Roshi. In der Soto-Schule hat der <Roshi> eine andere Bedeutung und Gewichtung. Jeder ältere Geistliche, ob Mönch, Nonne oder Respektperson wird mit Roshi angesprochen.

s

Samanera (pali)

Mönch mit der pabbajja-Ordination mit zehn Regeln (und zusätzlich den 75 Übungsregeln), wie im Vinaya niedergelegt. Meist als Vorbereitungsstufe zum Bhikkhu für unter 20-jährige Anwärter.

Samaneri (pali)

Nonne mit der pabbajja-Ordination mit zehn Regeln (und zusätzlich den 75 Übungsregeln), wie im Vinaya niedergelegt. Meist als Vorbereitungsstufe zur Bhikkhuni für unter 20-jährige Anwärterinnen.

Samsara

Wörtlich: „Wanderung“. Kreislauf der Existenzen bzw. der Wiedergurten. Durch das Ursache- und Wirkungsgesetz des Karma sind wir an den unbefriedigenden, leidvollen Daseinskreislauf gebunden. Die Gesetzmäßigkeit wird im „Bedingten Entstehen“ (Paticca-Samuppada) erklärt. Ein Ausstieg ist nur durch die Auflösung der Ursachen (Gier, Hass, Verblendung) möglich, oder in anderen Worten durch das Erlangen von Nibbana/Nirvana.

Sangha

„Der Sangha bedeutet: Der Orden oder die Gemeinschaft der Realisierten.“ Als Zufluchtobjekt ist die Gemeinschaft aller Realisierten gemeint, die Formen der Erleuchtung erfahren haben und dadurch entweder sicher der Befreiung entgegengehen oder bereits befreit sind. Eine weitere Bedeutung von Sangha ist der Orden der Ordinierten der Mönche und Nonnen, die nach den Vinaya-Regeln des Buddha leben. Im weitesten Sinne schließt der Sangha auch die Gemeinschaft aller Praktizierenden ein.

Sanskrit-Kanon

Grundlagenwerk aller Mahayana-Schulen und einiger nicht mehr existenter Hinayana-Schulen. Der Sanskrit-Kanon wurde in der Sanskrit-Sprache, einer Gelehrtensprache der Brahmanen aus dem alten Indien, niedergeschrieben, ist aber größtenteils nicht mehr erhalten. Übersetzungen ins Chinesische und Tibetische sind vorhanden.

Sayadaw (burmesisch)

Respektvolle Anrede für Mönche in Myanmar (Burma), insbesondere ältere und lehrende Mönche und die Äbte der Klöster – mit oder ohne den Namen dahinter; oder auch dem Orts- bzw. Klosternamen davor.

Sayagji (burmesisch)

Respektvolle Anrede für Nonnen in Myanmar (Burma), insbesondere ältere und lehrende Nonnen und die Äbtissinnen der Nonnenklöster (wird selten gebraucht).

Sayalay (burmesisch)

Anrede für alle Nonnen in Myanmar (Burma) – mit oder ohne dem Namen dahinter.

Sensei (jap. Zen)

Frau Lehrerin, Herr Lehrer. Anrede für Respektpersonen, wie Ärzte, Professoren, aber auch für die Kindergärtnerin, einen alten Mann oder den Sporttrainer. Man bezeichnet sich selbst nicht als Sensei. Sensei ist kein Titel, der verliehen werden kann, und wird auch nicht auf dem Briefkopf verwendet.

Siladhara (pali)

wie Silamata. Wörtlich: Mutter der Sila. Bezeichnung für Nonnen in Sri Lanka, die keine pabbajja-Ordination haben, aber nach den zehn Regeln (seltener acht) leben. Sie werden im Allgemeinen als Upasikas (Laienanhängerinnen) betrachtet.

Silamata (pali)

wörtlich: Mutter der Sila. Bezeichnung für Nonnen in Sri Lanka, die keine pabbajja-Ordination haben, aber nach den zehn Regeln (seltener acht) leben. Sie werden im Allgemeinen als Upasikas (Laienanhängerinnen) betrachtet.

Silashin (burmesisch)

Nonnen mit meist acht, seltener neun oder zehn Regeln in Myanmar (Burma) – sie haben keine pabbajja-Ordination und werden im Allgemeinen als Upasikas (Laienanhängerinnen) betrachtet.

Sunyata

„Leerheit“ soll besagen, dass alle Daseinsformen leer sind, d.h. dass sie letztlich der Beständigkeit, eines wahren Glückes, der Persönlichkeit entbehren und nicht begehrenswert sind.

Sutta/Sutra

Die Suttas (Pali) bzw. Sutras (Sanskrit) sind die Lehrreden des Buddha oder – seltener – einer seiner Hauptschüler, gegeben bei einem bestimmten Anlaß an eine bestimmte Person oder Personengruppe. Zweiter Teil des Tipitaka (Dreikorbes) des Pali-Kanons. Die Sutten/Sutren wurden gesammelt und in fünf verschiedenen Sammlungen (Nikayas) nieder­geschrieben.

t

Tan (thailändisch)

Höflichkeitspronomen; gebraucht für Mönche.

Tan Ajahn (thailändisch)

Veteran-Ajahn; oft der älteste Mönch und Vorsteher einer Gemeinschaft (etwas formal).

Tanha

„Begehren“. Es ist die Hauptwurzel des Leidens und des sich immer wieder fort­setzenden Kreislaufes der Wiedergeburten. Mit Hinsicht auf die Sinnenobjekte unterscheidet man sechs Arten von Begehren: nach Formen, Tönen, Düfte, Geschmäcken, Körpereindrücken und Geistobjekten. Neben dem sinnliches Begehren, gibt es aber auch das Begehren nach feinkörperlichem Dasein und das Begehren nach unkörperlichem Dasein.

Tantra

„Kontinuum, System“ ist im tibetischen Buddhismus die Bezeichnung für verschiedene Arten von Texten, wird aber zumeist als Oberbegriff für die Grundwerke des Vajrayana und die von ihm beschriebenen Meditationssysteme verwendet. Es ist eine auf menschliche Erleb­nisfähigkeit ausgerichtete Überlieferung, welche die spirituelle Entwicklung in Hinsicht auf die Kategorien Basis, Weg und Frucht beschreibt. Die Basis ist die praktizierende Person, der Weg besteht aus den meditativen Pfaden, welche diese Basis reinigen, und die Frucht ist der Zustand, den diese Praktiken herbei führen.

Thera (pali)

Bezeichnung für einen Bhikkhu, der länger als zehn Jahre dem Orden angehört.

Theravada

„Schule der Ordensälteren“. Alte Schule bzw. Schule des ursprünglichen Buddhismus. Einzige durchgehend erhaltene Tradition der 18 Hinayana-Schulen. Heute vor allem in den Ländern Südasiens verbreitet: Sri Lanka, Myanmar (Burma), Thailand, Laos, Kam­bodscha. Die Lehre ist im Pali-Kanon verankert und wurde in insgesamt 6 Konzilen bestätigt.(Siehe auch Schulen)

Theri (pali)

weibliche Entsprechung zu Thera und gilt für Bhikkhunis, die länger als zwanzig Jahre dem Orden angehören.

Tipitaka/Tripitaka

Tipitaka (Pali) bzw. Tripitaka (Sanskrit) bedeutet „Dreikorb“. Die drei Bereiche des Pali-Kanons, wie sie uns in Pali auf Palmblättern geschrieben überliefert sind:

  • Vinaya-Pitaka: Korb der Ordensdisziplin (Regeln für Mönche und Nonnen)
  • Sutta-Pitaka: Korb der Sutten, d.h. der Lehrreden des Buddha oder seiner Schüler
  • Abhidhamma-Pitaka: Korb der „höheren“ Lehre mit einer Systematisierung der Lehre.

Titel und Anreden im tibetischen Buddhismus

In der tibetischen Tradition sind einige Titel nicht nur für Ordinierte, sondern auch für Laien üblich. Diese werden hier mit aufgeführt. In Klammern steht die wissenschaftliche Transliteration ohne diakritische Zeichen (Tibetisch; Sanskrit; Pali). Grundsätzlich muss zwischen Anreden, bleibenden und temporären Titeln, sowie Titeln und Ehrbezeichnungen, die durch Weihe, Studium oder Wertschätzung innerer Qualitäten erworben werden, unterschieden werden. Manche Titel werden von Schülern aus Vertrauen in ihre persönlichen Lehrer verwendet.

Tra-ba (tibetisch) (grwa pa)

Mönch. Allgemeine Bezeichnung für ein männliches Sanghamitglied, d. h. einen Getsül oder Gelong.

Tsang-tschö (tibetisch) (tshangs spyod; brahmacarin; brahmacharia)

Männer oder Frauen, die so lange sie leben einen keuschen Lebenswandel führen. Diese Bezeichnung bezieht sich auf Mönche und Nonnen, aber auch auf Laien im keuschen Lebenswandel (Tsangtschö-Genyen).

Tsün-ma (tibetisch) (btsun ma)

Ehwürdige. Höfliche Bezeichnung für Ani. Weibliche Entsprechung zu Tsünpa.

Tsün-pa (tibetisch) (btsun pa; bhadanta; bhad(d)anta)

Ehwürdiger. Höfliche Bezeichnung für Traba und Anrede im Ritual für einen vollordinierten Mönch, der sein Gelübde noch nicht so lange einhält wie man selbst.

Tulku (tibetisch) (sprul sku; nirmanakaya)

wörtlich: Ausstrahlungskörper, d. h. einer der beiden Form-Körper eines voll erleuchteten Buddha; Titel für die Wiedergeburt, tib. Yangsi (yang srid), eines großen Lama. Jeder Tulku trägt den Titel „Rinpoche“, aber besonders in der Kagyü-Tradition ist nicht jeder Rinpoche ein Tulku.

u

U (burmesisch)

Anrede für alle Männer und auch für Mönche, immer gefolgt vom Namen (den Namen allein zu nennen wäre unhöflich).

Umdse (tibetisch) (dbu mdzad)

Ritualleiter/in im Sinne eines Vorsängers. Er oder sie stimmt die Rezitation an und bestimmt ggf. in Abstimmung mit der geistlichen Leitung, was rezitiert wird; übernimmt bei Ritualen häufig als Hauptinstrument das Becken (sil snyan).

Unsui (jap. Zen)

Novize/Mönch in der Ausbildung, lebt im Kloster. Ist kein Titel und wird auch nicht zur Anrede benutzt.

Upadana

„Anhaften/Anhaftung“. Ein starker Grad des Begehrens. Es gibt 5 Gruppen der Anhaftung: Körperlichkeit (rupa), Gefühl (vedana), Wahrnehmung (sanna), Geistesformationen (sankhara) und Bewusstsein (vinnana).

v

Vajrayana

Wörtlich: „Diamant-Fahrzeug“. Schulrichtung des Mahayana-Buddhismus, die sich um die Mitte des 1. Jahrtausends vor allem in Nordost- und Nordwest-Indien bildete. Heute vor allem vertreten in Tibet (siehe Tibetischer Buddhismus), Nepal, China und Japan. Ausgeprägtes Ritualwesen, Mantras („heilige“ Silben oder Formeln), Mudras (rituelle Gesten), Visualisie­rungen, Mandalas. Einbeziehung vorbuddhistischer „magischer“ Praktiken, enge Beziehung zum Lehrer (Guru), Einweihungen, „geheime“ Praktiken und Praxis-Verpflichtungen. Schrift­liche Fixierung in den Tantras.

Venerable (engl.)

Ehrwürdiger, respektvolle Anrede für Bhikkhus, Bhikkhunis, Samaneras und Samaneris; internationale Verwendung.

Vier Edle Wahrheiten

Der Kern der Lehre des Buddha sind die vier Edlen Wahrheiten, die er in seiner allerersten Rede in Isipatana (dem heutigen Sarnath) bei Benares vor seinen ehemaligen Gefährten, den fünf Asketen, erläuterte.

    Die vier edlen Wahrheiten sind:

  • Wahrheit vom Leiden: Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Dies ist zu durchschauen. (Dukkha Sacca)
  • Wahrheit von der Ursache des Leidens: Die Ursachen des Leidens sind Gier, Haß und Verblendung. Sie sind zu überwinden. (Samudaya Sacca)
  • Wahrheit von der Aufhebung des Leidens: Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Dies ist zu verwirklichen. (Nirodha Sacca)
  • Wahrheit von dem Weg zur Aufhebung des Leidens: Zum Erlöschen des Leidens führt ein Weg, der Edle Achtfache Pfad. Er ist zu gehen. (Magga Sacca)

Die vier edlen Wahrheiten können auch als der kürzeste Ausdruck der gesamten Lehre des Buddha und als der gemeinsame Nenner aller buddhistischen Richtungen bzw. Schulen genom­men werden. Die erste Wahrheit besagt, dass alle weltlichen Daseinsformen ungenügend sind, uns niemals vollständig befriedigen können und damit leidhaft sind. Sie stellt die Diagnose unseres Daseins dar. Die zweite Wahrheit beinhaltet die Ursachenanalyse. Die Ursache des Leidens ist in unserem eigenen Geist zu finden: Dem Begehren. Die dritte Wahrheit lehrt, dass es durch Erlöschung des Begehrens notwendigerweise zur Erlöschung des Leidens kommen muss. Die vierte Wahrheit beschreibt den praktischen Weg, der zur Leidensüberwindung führt. Dieser Weg wird als Achtfacher Pfad beschrieben.

Vinaya

Ordensdisziplin. Ein Teil des Tipitaka (Dreikorbes) des Pali-Kanons. Die von Buddha selbst gegebenen Lebens- und Verhaltensregeln für die Mönche und Nonnen in seinem Orden. Für die Mönche wurden 227 Regeln (Bhikkhu-Patimokkha) gegeben, für die Nonnen 311 (Bhikkhuni-Patimokkha). Im Vinaya ist die Entwicklung des Ordens dokumentiert, die einzelnen Regeln werden aufgelistet, erklärt und ihre Entstehungsgeschichte aufgeführt.

Vipassana-Meditation

Die Vipassana-Meditation stützt sich vor allem auf die Satipatthana Sutta des Buddha. In ihrer heutigen Ausprägung entwickelte sie sich im ausklingenden 19. Jahrhundert in Burma. Zu jener Zeit beschäftigen sich die Mönche und Nonnen vor allem mit dem Studium der buddhistischen Schriften und der Ausübung sozio-kultureller Pflichten. In ihrer Meditation widmeten sich die meisten der Entwicklung von Konzentration, Samatha. Nur wenige Mönche und Nonnen bemühten sich in ihrer Meditation um Vipassana, der Entwicklung von Einsicht und Weisheit.

Auch wenn alle, die Vipassana-Meditation praktizieren, sich auf die Satipatthana-Sutta beziehen, so entwickelte doch jeder seinen eigenen speziellen Zugang. Derzeit sollen in Burma über fünfzig unterschiedliche Vipassana-Meditationsformen existieren. Zu den bekanntesten Vertretern der Vipassana-Praxis zählen Ledi Sayadaw und Mahasi Sayadaw.

Einer der einflussreichsten Schüler von Ledi Sayadaw war der Laie U Ba Khin, der die Körperwahrnehmung betonte. Zu seinen bedeutendsten Schülern gehören S. N. Goenka und Ruth Denison.

Mahasi Sayadaw erlernte die Meditation von Mingun Jetavun. In seiner Form von Vipassana-Meditation werden neben den körperlichen Empfindungen auch geistige Erfahrungen eingeschlossen, wie Gefühle und Geisteszustände einschließlich der gedanklichen Phänomene. Bedeutende Schüler von Mahasi Sayadaw waren U Pandita, U Janaka, U Kundala und der Inder Anagarika Munindra, welcher zeitlebens Laie blieb.

Bald darauf kamen Westler in Kontakt mit letztgenannten Vertretern, insbesondere Joseph Goldstein, Sharon Salzberg und Fred von Allmen. Gemeinsam mit anderen Westlern wie Jack Kornfield und Christopher Tittmuss, die in den Klöstern Thailands ähnliche auf Achtsamkeit gegründete Meditationsmethoden kennen gelernt hatten, gründeten sie die ersten Vipassana-Meditationszentren in Großbritannien und den USA, Gaia House und Insight Meditation Society (IMS). Später kamen Spirit Rock und das Meditationszentrum Beatenberg in der Schweiz hinzu.

y

Yoga

„Joch“ wird prinzipiell jeder Weg zu einer fundamentalen Erkenntnis benannt, also nicht nur die Körper- bzw. Atemübungen. Die tantrischen Praktiken des tibetischen Buddhismus werden ebenfalls als Yoga bezeichnet.

Yogacara

Wörtlich: „das Ausüben des Yoga“. Eine Mahayana-Schule, gegründet von Maitreyanatha, Asanga und Vasubandhu, die das Erkennen lehrt. Alles Wahrnehmbare wird als „nur Geist“ angesehen. Es gibt kein reales Objekt außerhalb der Erfahrung und kein Subjekt der Erfahrung. Der Wahrnehmungsprozeß wird mit Hilfe eines postulierten „Speicher­bewußtseins“ (Alaya-Vijnana) erklärt. Lehre eines absoluten oder gemäßigten Idealismus. Blütezeit im 6. Jahrhundert, insbesondere in der indischen Klosteruniversität Nalanda.

z

Zenji (jap. Zen)

in der Rinzai-Schule: Der <unterste Grad> sagt aus, dass dieser Mönch zur Rinzai-shu gehört. Der <höchste Grad> wird für Zenmeister und Patriarchen der Dharmalinie benutzt. Diesen Ehrentitel benutzt man als Anrede für andere, hauptsächlich im schriftlichen Umgang, aber nicht für sich selbst. In der Soto-Schule wird der Titel Zenji nur für das amtierende Oberhaupt und seine Vorgänger benutzt.

Zenni (jap. Zen)

wie Zenji, gilt für Nonnen.