Nächster Termin: von 27.05.2026 17:00 bis 31.05.2026 14:00 | Wiederholung: einmalig
„Scham ist verirrte Energie. - Durch Mitgefühl können wir sie sammeln und lenken.“
—Susanne Heil
Scham ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Es macht, dass wir am liebsten im Erdboden versinken oder uns auflösen würden. Es trennt uns: von uns selbst, von unserer Lebendigkeit und von anderen. Scham wird oft als so schlimm empfunden, dass wir lieber etwas vermeiden, statt uns der Scham auszusetzen. Manchmal ist das hilfreich und regelt unser soziales Miteinander auf stimmige Art. An anderen Stellen wird die Vermeidung selbst zu einem Problem und zieht weitere emotionale Schwierigkeiten nach sich.
Selbstmitgefühl ist ein Gegenmittel zur Scham: Es hilft uns, die Verbindung zu uns selbst wiederzufinden, uns selbst aufzufangen oder auffangen zu lassen. Und es ermöglicht, das Gefühl durch uns hindurchziehen zu lassen, ohne uns von ihm bestimmen zu lassen.
Manchmal wirkt Scham auch wie ein schützender Vorhang, der sich über etwas legt, das wir als noch schwieriger erleben als Scham. Wenn wir diesen Vorhang behutsam ein wenig lüften, kann Selbstmitgefühl auch Bereiche in uns berühren, die sonst unzugänglich bleiben. Was zuvor verschlossen und verfestigt war, kann beginnen, sich zu lösen.
In diesem Retreat vertiefen wir die Praxis von Achtsamkeit und Selbstmitgefühl und schaffen so einen sicheren Raum, in dem wir uns der Scham in uns zuwenden können. In geführten Meditationen und kontemplativen Dialogen, in denen wir Erfahrungen teilen, üben wir, uns selbst freundlicher anzunehmen und die in der Scham verloren gegangene Lebendigkeit Schritt für Schritt zurückzugewinnen.
Wir erforschen auch innere Anteile, die sich um Scham-Erfahrungen herum organisiert haben. Dabei erkunden wir sowohl die beschämten als auch die beschämenden Anteile in unserem Inneren, um durch Mitgefühl und Verständins mehr Ruhe und Frieden in uns entstehen zu lassen.
Neben kurzen Impulsvorträgen, in denen verschiedene Facetten der Scham beleuchtet werden, und dyadischen Übungen, in denen wir Anteil an der Erfahrung eines Gegenübers nehmen können, verbringen wir das Retreat im Schweigen. In der Stille können aufwühlende Emotionen wieder zur Ruhe kommen, während Achtsamkeit und Freundlichkeit mit uns selbst zum Zentrum der Praxis wird.
Das Retreat im Überblick:
- Einführung in die Physiologie der Scham
- Scham im Erleben von Körper und Geist erkunden
- Ressourcen stärken: Achtsamkeit und Selbstmitgefühl
- Der Scham mit Selbstmitgefühl begegnen
- Dyaden: Erfahrungen teilen und gemeinsame Menschlichkeit wahrnehmen
- Arbeit mit inneren Anteilen, die unsere Scham „managen“
- Stille: Um Achtsamkeit und Selbstmitgefühl tiefer in uns zu verwurzeln, verbringen wir das Retreat abgesehen von kurzen Vorträgen, Dyaden und Raum für Fragen & Antworten im Schweigen
Leitung
Susanne Heil hat von 2012 bis 2015 im ReSource-Projekt - einem Forschungsprojekt zu Mitgefühlspraxis - unterrichtet und die Übungen seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Die ReSource-Übungen zur Entwicklung von Achtsamkeit, Mitgefühl, Emotionsregulation und einer integrierenden Arbeit mit Inneren Anteilen bilden die Grundlage dieses Retreats.
Susanne ist Meditations- und Qigong-Lehrerin, sowie Hakomi- und Shiatsu-Therapeutin (HP). Mit ihrem Hintergrund als Körperpsychotherapeutin, gestaltet sie einen geschützten Raum für die Auseinandersetzung mit diesem herausfordernden Thema. www.sushigong.de