Leserbriefe

22. April 2020

30.03.2020 Rosemarie Schmiedel berichtet, wie sich der Kreis des Dhamma Zendos in Nagel/Fichtelgebirge organisiert und unterstützt, obwohl keine persönlichen Treffen mehr stattfinden. Sie schickt gute Wünsche an alle.
Liebe Kirsten Schulte und alle betroffene Praktizierende,
wir sind eine kleine Gruppe im Fichtelgebirge, die vierzehntägig gemeinsam meditiert, buddhistische Texte aus Büchern der Ayya Khema, Pema Chödron, Volker Zotz und v.a. mehr hört und sich darüber austauscht. Da wir seit 2010 zusammen sind, kennen wir uns natürlich ganz gut und auch unsere Lebensumstände, z.B. der Partner schwer krebskrank, momentane schwere Erkältung mit Warten auf das Ergebnis des Corona-Testes usw.
Da wir uns entschieden haben, uns nicht mehr zu treffen, pflegen wir telefonisch und per Email unseren Kontakt, spenden Trost, bieten Hilfe an – und sei es nur durch Zuhören. Wir ermuntern uns auch, weiter allein zu meditieren, den Weg weiter zu gehen. Mitgefühl für Betroffene, liebende Güte den Menschen in der Umgebung entgegen bringen, Mitfreude für postive Ereignisse und Gleichmut vermitteln, wenn denn gar nichts mehr klappt – dem fühlen wir uns von Herzen verpflichtet. Das ist für uns das Mindeste, was man im Moment geben kann, natürlich nicht nur als Buddhistin und Buddhist, aber als solche/solcher ganz besonders, weil das ja ein großer Teil unseres Weges ist.
Bleibt alle schön gesund oder werdet es wieder
wünscht der Kreis des Dhamma Zendos in Nagel/Fichtelgebirge mit Rosemarie Schmiedel

27.03.2020 Benedikt Maria Trappen aus Hennweiler reflektiert darüber, dass der Virus vielleicht eine Zeit der „Demut, Bescheidenheit, und wer weiß, für Gottvertrauen und Gebet“ ist.
Ein winziger, unscheinbarer, mit dem bloßen Augen nicht sichtbarer, dem Leben nur naher Organismus ohne Zellen und eigenen Stoffwechsel bringt die Welt zum Stillstand, führt uns an Grenzen und Abgründe und kann uns vieles bewusst machen. Der Mensch, hoch differenziert, beseelt und vernunftbegabt, die Krone der Schöpfung, Erfinder erstaunlichster Technik und scheinbar Herrscher der Welt, stemmt sich mit Macht und Ethos gegen das Unaufhaltsame.
Ganz sicher ist dies keine Zeit für Fatalismus und Resignation, vielleicht aber für Demut, Bescheidenheit, und wer weiß, für Gottvertrauen und Gebet. Des Menschen Zeit liegt nicht in seinen Händen, neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften folgend nicht einmal sein sogenannter freier Wille. Neuronale Netzwerke, heißt es, feuern Bruchteile bevor der Mensch sich einer entsprechenden Kognition bewusst wird. Solche Erkenntnisse lassen uns philosophische, religiöse und spirituelle Einsichten in neuem Licht sehen.
Der Satz „Dein Wille geschehe“, wie es im vielleicht bekanntesten christlichen Gebet heißt, verleitet uns keineswegs zu Resignation und Passivität. Aber er weist darauf hin, dass wir nur Mitspieler sind im Weltspiel, nicht der große Regisseur, und keineswegs die einzigen und wichtigsten.
Gerade letzteres wird uns jetzt deutlich, wenn wir gebannt auf die „systemrelevanten Berufe“ schauen. Wir sind abhängig und verwundbar. Abhängig von der Natur, der Technik, von einander. Und wir alle müssen früher oder später dem Tod ins Auge sehen. Frühere Zeiten hätten eine solche Krise und ein solches Fast-Nichts wie das Corona-Virus, das uns unsere Begrenztheit und Endlichkeit bewusst macht, vielleicht einen „Gottesbeweis“ genannt.
Wie funktioniert Zoom für Videokonferenzen?
Viele Gruppen bieten ihre Kurse aktuell als Online-Angebot an. Dafür wird häufig Zoom genutzt. Hier finden Sie ein YouTube Tutorial.
Corona-Handreichung
Susanne Billig, Wissenschaftsjournalistin und Chefredakteurin von BUDDHISMUS aktuell, hat eine Handreichung zum C