Buddhismus und queere Geflüchtete – ein Plädoyer für Mitgefühl und Hilfe 

10. November 2022

Die AG unterm Regenbogen der Deutschen Buddhistischen Union möchte mit diesem Beitrag über die besonders schwierige Situation von Geflüchteten, deren geschlechtliche Identität nicht der heterosexuellen Norm entspricht, informieren und zu Hilfe aufrufen. 

In den letzten Jahren suchten viele Menschen, die vor Krieg und Verfolgung aus ihrer Heimat geflüchtet sind, Zuflucht und Schutz in Deutschland. LSBTQ+-Geflüchtete – das Akronym steht für lesbisch, schwul, bi-, trans- und intersexuell sowie queer, wobei queer oft als Sammelbegriff genutzt wird – sind nach ihrer Ankunft in Deutschland oft zusätzlicher Diskriminierung ausgesetzt, teilweise durch andere Geflüchtete, aber teilweise auch durch Entscheiderinnen und Entscheider in Behörden. 

In der Geschichte findet man zahlreiche Beispiele, in denen Buddhist:innen selbst Geflüchtete waren – die bekanntesten sind der Dalai Lama und Thich Nhat Hanh – oder sich um Geflüchtete kümmerten. Sie boten ihnen Schutz in Klöstern und Tempeln, leisteten umfassende Rettungsaktionen und organisierten Umsiedlungen, und die buddhistische Lehre und die verschiedenen Formen ihrer Meditationspraxis halfen den Geflüchteten, Traumata zu bewältigen und sich in die neue Kultur einzugewöhnen.  

Die erste ethische Übungsregel (sila), kein Leben zu nehmen, wird im aktiven Sinne interpretiert zu der ethischen Verpflichtung, Leben, die bedroht sind, zu retten. Wie können wir als deutsche Buddhistinnen und Buddhisten dazu beitragen? Welche Ansätze sind besonders für LGBTQ+-Geflüchtete hilfreich?  

Die Unterbringung queerer Menschen in gesonderten Appartements innerhalb der Gemeinschaftsunterkunft, geschultes Security-Personal und die Sensibilisierung der Entscheider:innen in Behörden sind von größter Wichtigkeit. Die bisher existierenden Schutzkonzepte greifen aber oft noch nicht. Wir als Buddhist:innen können vorübergehend einen sicheren Raum in einer privaten Unterbringung bereitstellen, durch Sachspenden helfen, bei Problemen des Alltags und bei Behördengängen unterstützen.  

Viele Geflüchtete interessieren sich für Meditation und buddhistische Praxis, weil sie sich davon psychische Verbesserungen erhoffen. Leider gibt es bisher sehr wenig Dharmaliteratur in arabischer Sprache. Die Regenbogen-Sangha meint, dass Übersetzungen sehr hilfreich sein können. Eine andere Idee ist, Retreats für queere und nicht queere Geflüchtete abzuhalten, die Begegnung ermöglichen und helfen, Vorurteile abzubauen. Es hat sich auch gezeigt, dass Metta-Meditationskurse für Menschen mit traumatischen Erfahrungen sehr hilfreich sind. Wer an der Diskussion dieses Themas teilnehmen oder die AG unterstützen möchte, wende sich bitte an Tobias Trapp.  

red 

Vollständiger Beitrag der AG: 
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Kontakt Tobias Trapp: