Sommer, Sonne und Achtfacher Pfad
13. August 2026 | _Alle | Allgemein | Junges Buddhistisches Netzwerk
Das vierte Sommercamp des Jungen Buddhistischen Netzwerks
Vom 23. bis 26. Juli fand in diesem Jahr zum vierten Mal unser Sommercamp im Milarepa Retreat Zentrum in Schneverdingen statt. Überrascht waren wir im Vorfeld von dem regen Interesse am Camp – schon kurz nach unserer internen Ankündigung waren die Plätze vergeben. Und obwohl wir die verfügbaren Plätze kurzerhand aufstockten, waren wir mit 30 Teilnehmenden lange vor dem eigentlichen Wochenende ausgebucht. Da auch dann noch weitere Anmeldungen kamen, gab es eine lange Warteliste. Dieses große Interesse sorgte bei uns im Organisationsteam für große Vorfreude!

Als das Sommercamp begann, entstand schnell ein vertrautes Miteinander. Viele kannten sich bereits von unseren Austauschabenden, dem Winter-Retreat, von lokalen Sanghas oder waren befreundet. Andere hatten weite Streckenzurückgelegt, ohne jemanden zu kennen oder jemals in einem buddhistischen Zentrum gewesen zu sein. Das bewunderte ich sehr – und ich hoffe, dass sie sich genauso als Teil unserer Sangha fühlten wie ich.
Nach unserer Ankunft am Donnerstagabend gab es ein gemeinsames Auftakttreffen mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Die übrigen Tage begannen um sieben Uhr morgens mit Yoga im Schreinraum, angeleitet von Panda aus unserem Orga-Team. Dem Feedback und der hohen Zahl der Teilnehmenden nach zu urteilen, war dies einwillkommener Start in den Tag. Nahtlos folgten Morgen-Puja und eine gemeinsame Meditation. Nach dem Frühstück standen Vorträge und wieder Meditationen mit unserer diesjährigen Lehrerin, Ayya Rakkhita, auf dem Programm. Der Ehrwürdigen Rakkhita waren wir bereits im Winter-Retreat im März in der Metta Vihara begegnet. Ihre offene undherzliche Art begeisterte uns so sehr, dass wir noch vor Ort diskutierten, sie zum Sommercamp einzuladen. Gesagt, getan! In ihren Vorträgen sprach sie über die vier edlen Wahrheiten und den Umgang mit negativen Emotionen – wunderbar klar, verständlich und in nahbarer Weise, wie wir es schon vom Winter-Retreat her kannten.
Nach dem Mittagessen organisierten wir Austauschrunden, in denen wir diskutierten, wann und wie uns die buddhistische Praxis geholfen hat und was Macht im buddhistischen Kontext bedeutet. Auch darüber hinaus ergabensich immer wieder interessante Gespräche. Nach einer weiteren gemeinsamen Meditation am Nachmittag stand am Freitag eine Bastelstunde und am Samstag ein Spaziergang auf dem Programm. In diesem Jahr haben wir Origami-Figuren gefaltet und Tsatsas (kleine Votivtäfelchen im tibetischen Vajrayana-Buddhismus) bemalt. Diese schenkten wir beim Abschied als Erinnerungsstücke allen Teilnehmenden, Ayya Rakkhita und den wunderbaren Menschen des Milarepa Retreat Zentrums. Der Spaziergang am Samstag fand bei bestem Wetter statt. Dabei bemerkten wir, dass die Gegend rund um das Zentrum nicht nur sehr schön ist, sondern auch über reichlich labyrinthartige Hecken und Wege zwischen den vielen Maisfeldern verfügt, in denen wir uns grandios verlaufen haben. Abgesehen von dem einen oder anderen Zeckenbiss war es ein großer Spaß.

Nach dem Abendessen folgte ein gemeinsames Chanting (Rezitation). Mit reichlich Snacks chanteten wir am Lagerfeuer weiter. Ayya Rakkhita blieb mit uns am Feuer sitzen und beantwortete alle Fragen, die wir bezüglich ihrer Person oder der Praxis hatten. Am Samstag besuchten uns Sonam Spitz und Katrin Querl. Beide hatten zuvor im Milarepa Retreat Zentrum gewohnt, und Sonam war im vergangenen Jahr einer unserer Lehrer gewesen. Auf die beidenwartete bereits die ein oder andere Vajrayana-spezifische Frage.
Am Sonntagmorgen war ich zwar müde, aber vor allem sehr berührt – von Momenten, Gesprächen und Einsichten. Rückblickend bin ich vor allem dankbar für die vielen Menschen, die vor Ort waren und diese wunderbare Sangha bildeten, und für das Team des Milarepa Retreat Zentrums, das sich stets um uns bemühte. Ich bin dankbar für die DBU, ohne die wir das Camp finanziell nicht hätten stemmen können, und für unser Orga-Team und die ehrwürdige Ayya Rakkhita.
Finn Makolla
Mehr Informationen: buddhismus-deutschland.de/buddhistische-jugend

