Losar la Tashi Delek

17. Februar 2026 | _Alle | Aktuell | Gemeinschaft | International

Neujahrsworte für das Feuerpferd-Jahr 2026

Nach dem chinesischen Kalender beginnt heute, am 17. Februar 2026, das Jahr des Feuerpferdes. Nach dem tibetisches Kalender beginnt morgen, am 18. Februar 2026 Losar, das tibetische neue Jahr des Feuerpferdes (Me-Ta), nach dem tibetischen Kalender ist es das Jahr 2153. Die Festlichkeiten dauern die kommenden Fünfzehn Tage der Wunder, im Mittelpunkt stehen aber die ersten drei Tage.
Tsunma Jinpa, die Vorsitzende der DBU, teilt hier ihre Gedanken zum neuen Jahr. 

2025 war kein einfaches Jahr und es hat viele von uns vor große Herausforderungen gestellt und auch an unsere Grenzen gebracht. Wir scheinen immer mehr bewältigen zu müssen, ob im privaten Bereich oder im sozialen Umfeld, sowie auch auf globaler Eb anene. Ich denke jedoch, dass die Antwort nicht darin liegt, immer mehr zu tun, sondern eine geistige Haltung zu entwickeln, die unsere Resilienz stärkt und einen offenen und kreativen Umgang mit Schwierigkeiten erlaubt. Denn auch das Jahr 2026 wird nicht einfach werden, so die Vorhersagen. 

Der Wandel, der mit den oft schmerzhaften „Häutungen“ im Schlangenjahr begann, wird sich im Feuerpferd-Jahr weiter fortsetzen – nicht als gradueller Wandel, sondern als Energiewelle, die alles Unterdrückte an die Oberfläche und alles was nicht authentisch, wahrhaftig ist, zum Bröckeln bringt. Diese Energie will kanalisiert werden, um nicht durch destruktives Handeln ausgelebt zu werden – durch Bewegung, durch Kreativität und in der Verbindung mit unserer Herzenswärme und Freude, als verbindende weiche Kraft. Wer sich freiwillig der Veränderung stellt, wird es leichter haben, sonst kann es schnell zum Burn-out führen.

Feuer zeigt die Dinge wie sie sind, es verbrennt alles Überflüssige. Es erfordert den Mut, uns dieser Realität zu stellen. Es wird nicht immer bequem oder angenehm sein, dafür aber lebendig und transformierend. Das Pferd drängt nach offenen Räumen, nach Freiheit von Rollen, von falschen Überzeugungen und Übereinstimmungen, es hat die Kraft uns aus der Stagnation heraus zu katapultieren. Hier liegt die Chance zum Durchbruch, zu direktem Gewahrsein, Erleben und unmittelbaren Einsichten. Als Praktizierende im Dharma sehe ich darin große Möglichkeiten. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Beziehungen, unsere Mitwelt. Beziehungen die nicht durch oberflächliche Harmonie getragen sind, sondern durch wahres Mitgefühl und Solidarität.

Im Buch der Wandlungen – dem I Ching – ist das Feuerpferd-Jahr im Hexagramm 13 verortet – Gemeinschaft. Hier kommt das Jahres-Motto der DBU aus dem  Jahr 2025 wieder zum Tragen, die Verbundenheit, das Miteinander – nicht als Zweckgemeinschaft, oder in oberflächlichen Beziehungen. Es geht um wahren Zusammenhalt auf Grund von gemeinsam gehaltenen Werten, um Respekt und Klarheit/Transparenz, um wahre Kooperation nicht Konkurrenz. Es ist eine Gemeinschaft, die wir wählen, weil wir eine gemeinsame Ausrichtung haben, weil echte Resonanz besteht – weil wir den großen Fluss gemeinsam überqueren (wie es im I Ching heißt), denn Großes lässt sich nur gemeinsam bewirken. Nicht der Einzelkämpfer ist gefragt, sondern das Team mit seiner Vielfalt an Fähigkeiten und Unterschieden, die nicht als Bedrohung sondern als Bereicherung gesehen und erlebt werden. Jede(r) darf seine innere Strahlkraft entfalten, nicht als Selbstinszenierung, sondern als Dienst am Anderen, am Ganzen.

Für die DBU wünsche ich mir, dass wir gemeinsam dieses kreative, transformierende Feuer nähren, uns dem Wandel stellen, zulassen, dass das was nicht mehr dienlich ist „verbrennt“, dass wir es wagen die Dinge so zu sehen wie sie sind und uns trotz Fehlbarkeiten immer wieder aufs Neue mit Mitgefühl und Mitfreude begegnen. Ich denke das wäre eine starke Botschaft, die wir in unsere Gemeinschaften und in die Gesellschaft tragen können. 

Mögen wir gemeinsam das Floß ans andere Ufer lenken!

Tsunma Jinpa, 22.01.2026

I Ching, siehe z.B: bazi-akademie.com