Vatikan ruft in Vesak-Botschaft zum Frieden auf

30. Mai 2026 | _Alle | AG Interreligiöser Dialog | Allgemein

In seiner Grußbotschaf zu Vesak 2026 ruft der Vatikan Buddhist:innen und Christ:innen zu einem „unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“ auf.

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Liebe buddhistische Freundinnen und Freunde,

wie in den vergangenen Jahren freuen wir uns, Ihnen anlässlich des freudigen Vesak-Festes unsere herzlichen Grüße und guten Wünsche zu übermitteln. Dieses bedeutende Fest – das an die Geburt, die Erleuchtung und das Vergehen des Buddha erinnert – lädt dazu ein, den Weg der Weisheit, des Mitgefühls und des Friedens neu zu beschreiten.

Frieden ist nicht bloß die Abwesenheit von Krieg, sondern ein Geschenk, das im menschlichen Herzen wohnen möchte: eine stille und zugleich kraftvolle Gegenwart, die erleuchtet und verwandelt. Wie Papst Leo XIV. feststellte: „Der Frieden existiert; er möchte in uns wohnen. Er besitzt die sanfte Kraft, unser Verständnis zu erhellen und zu erweitern; er widersteht der Gewalt und überwindet sie. Frieden ist ein Hauch des Ewigen: Während wir dem Bösen zurufen ‚Genug!‘, flüstern wir dem Frieden zu: ‚Für immer‘“ (Botschaft zum 59. Weltfriedenstag, 1. Januar 2026). Selbst wenn er zerbrechlich erscheint – wie eine kleine Flamme, die von den Stürmen des Hasses und der Angst bedroht wird –, muss der Frieden geschützt und genährt werden. Dies ist der Frieden, zu dem wir berufen sind: ein unbewaffneter und entwaffnender Frieden, der nicht auf Gewalt beruht, sondern aus Wahrheit, Mitgefühl und gegenseitigem Vertrauen entspringt.

In unserer Zeit können wir jedoch die Schatten nicht ignorieren, die auf der Welt lasten. Kriege, Gewalt, zunehmender ethnisch-religiöser Nationalismus und die Instrumentalisierung der Religion schädigen weiterhin unsere gemeinsame Menschlichkeit. In einer Welt, die zunehmend fragil erscheint und mitunter von einem beunruhigenden Gefühl des Rückschritts geprägt ist, wird der Ruf nach Frieden immer dringlicher. Gerade hier können unsere spirituellen Traditionen einen wichtigen Beitrag leisten. Das Gute ist wahrhaft entwaffnend; es durchbricht den Kreislauf des Misstrauens und eröffnet Wege, wo keine möglich schienen. In ihrer besten Gestalt laden unsere Traditionen uns dazu ein, unsere Herzen von Feindseligkeit zu reinigen, Grenzen zu überwinden und einander als Mitglieder einer einzigen Menschheitsfamilie zu erkennen.

Vor diesem Hintergrund weisen die Worte des Buddha einen tiefgründigen Weg. Der Buddha lehrt: „Hass wird niemals durch Hass besänftigt; nur durch Nicht-Hass wird Hass besänftigt. Dies ist ein ewiges Gesetz“ (Dhammapada 5). Und weiter: „Niemand möge den anderen täuschen oder irgendein Wesen verachten … Niemand möge aus Zorn oder üblem Willen einem anderen Schaden wünschen“ (Sutta Nipata 1.8 – Metta Sutta). Für Christen ruft Jesus seine Jünger dazu auf, „eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen“ (Matthäus 5,44), und verkündet: „Selig sind die Friedensstifter“ (Matthäus 5,9). Beide Traditionen weisen auf einen gelebten Frieden hin – einen Frieden, der zunächst die Herzen entwaffnet, bevor er die Hände entwaffnet.

Ein solcher Weg verlangt mehr als Worte; er erfordert eine Umkehr der Haltung und die Verpflichtung zu konkretem Handeln. Religiöse Führungspersönlichkeiten sind dazu berufen, echte Partner im Dialog und wahre Wegbereiter der Versöhnung zu sein. Gemeinsam mit allen Gläubigen sind wir eingeladen, Friedensstifter zu werden – nicht als passive Beobachter, sondern als mutige Zeugen, die Begegnung fördern, Wunden heilen und Vertrauen wieder aufbauen.

Als Bürger und Gläubige tragen wir gemeinsam Verantwortung dafür, den Frieden zu fördern, Ungerechtigkeit entgegenzutreten und diejenigen, die Macht und Einfluss besitzen, dazu aufzurufen, Spaltungen nicht weiter anzufachen, sondern den Dialog der Konfrontation vorzuziehen. Ebenso müssen wir darauf achten, nicht durch Schweigen oder Angst zu Mitverantwortlichen zu werden. Jede Gemeinschaft ist daher aufgerufen, zu einem Ort heranzuwachsen, an dem Feindseligkeit durch Begegnung überwunden wird, Gerechtigkeit gelebt und Vergebung gepflegt wird.

Einen unbewaffneten und entwaffnenden Frieden zu fördern bedeutet auch, seine tiefsten Quellen zu nähren: Gebet, Kontemplation und innere Wandlung. Es ist ein Frieden, der täglich gelebt wird – in Gesten der Freundlichkeit, in Geduld, in der Ablehnung von Hass und Vergeltung sowie im Mut zur Hoffnung. Denn Frieden ist weder eine Illusion noch ein fernes Ideal; er ist eine reale Möglichkeit, die bereits in unsere Reichweite gelegt wurde und darauf wartet, angenommen und weitergegeben zu werden.

In diesem Geist erneuern wir unsere Hoffnung, dass Buddhisten und Christen durch ihr gemeinsames Engagement immer mehr zu Zeugen dieses entwaffnenden Friedens werden mögen – eines Friedens, der Wunden heilt, Beziehungen wiederherstellt und neue Horizonte für die Menschheit eröffnet.

Möge Ihre Feier des Vesak-Festes von Gelassenheit und Freude erfüllt sein, und möge sie uns alle inspirieren, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes und fruchtbares Vesak-Fest!

Aus dem Vatikan, 1. Mai 2026

George Jacob Card. Koovakad
Prefect

Msgr. Indunil Janakaratne Kodithuwakku Kankanamalage
Secretary

Übersetzung mithilfe von ChatGPT, überarbeitet durch die Redaktion

Nachricht im englischen Original: EN-Vesak-Message-2026-FINAL.pdf