Beitrag zur SASCE-Konferenz in Berlin am 23. November 2022

19. Dezember 2022 | Allgemein | Veranstaltung

SASCE steht für Safer and Stronger Communities in Europe und ist ein Projekt der Europäischen Buddhistischen Union. Sicherheit und Schutz ist ein Thema das uns alle betrifft, nicht nur die Mitglieder einer bestimmten Religion. Und es ist für uns alle wichtig, Solidarität und Unterstützung zu erhalten, wenn wir bedroht werden. Jede und jeder kann zum Opfer werden und jede und jeder könnte Täter:in sein. Die Erfahrung hat gezeigt, dass auch hinter dem „einsamen Wolf“ noch andere Menschen stehen können, die Einfluss nehmen, radikalisieren usw.

von links nach rechts: Patrick Schnabel (EKD), Iman Abou Atta (Tell MAMA), Ron Eichhorn (EBU),
Elizabeta Kitanovic (CEC), Ophir Revach (SACC)  und Fiyaz Mughal  (Faith Matters)

Einige Aspekte, die dabei zu berücksichtigen sind:

  • Ein Bewusstsein für Sicherheit entwickeln.
    Das bedeutet, achtsam zu sein, wenn etwas aus dem „normalen“ Rahmen fällt. Das kann zum Beispiel das Gepäck sein, das zu niemandem gehört. Es gilt dann, die Autoritäten zu benachrichtigen (besser einmal falscher Alarm, als es nicht zu tun). Was könnte uns daran hindern? Vielleicht die Angst, als Rassist:in bezeichnet zu werden oder jemanden falsch zu beschuldigen.
  • Einen Plan für ein Krisenmanagement ausarbeiten.
    Krisen gibt es immer mal wieder und es ist gut zu wissen, wie wir geschickt damit umgehen können. Im Voraus muss geplant werden, wer für was zuständig ist, was berücksichtigt werden muss etc. – minimalster Impakt, maximaler Schutz

Sicherheit

vor der Krise: Prävention und Vorbereitung, Sicherheitsvorkehrungen treffen: zum Beispiel eine Kamera, ein Alarmsystem anbringen, einen Plan zum Krisenmanagement ausarbeiten;

in der Krise: der Plan zum Krisenmanagement kommt zum Einsatz – schnell, akkurat und einheitlich (im Einklang miteinander);

nach der Krise: menschliches Leben kommt immer zuerst (Leben retten); so schnell wie möglich wieder zur Normalität zurückkehren; klare Kommunikation untereinander und auch mit den Medien, Autoritäten etc.; netzwerken;

Sicherheit

physisch – psychisch – emotional und spirituell

Eine sichere Umgebung ist die Grundlage für psychische, emotionale und spirituelle Sicherheit. Es gilt, eine Umgebung zu schaffen, die keine große Angriffsfläche bietet – kleine und mittelgroße Einrichtungen sind am meisten gefährdet.

Zugänglich sein – ja, gefährdet sein, nein!

Es ist wichtig, Ehrenamtliche so gut wie möglich in die Gemeinschaftsarbeit einzubinden, gute Beziehungen untereinander herzustellen, achtsam zu sein für Warnzeichen. Wir können uns nicht in falscher Sicherheit wiegen – seit Myanmar hat sich die Einstellung zu Buddhist:innen geändert (z.B. für einige der muslimischen Radikalen). Auch eine geistige Haltung wie, Gott oder Buddha wird mich schon beschützen, uns passiert schon nichts, ist nicht hilfreich.

Buddhist:innen, die als solche sichtbar sind, tragen ein größeres Risiko. Das gilt vor allem für die asiatischen Gemeinschaften und ihre Vertreter:innen und für Ordinierte.

Es liegt an uns und in unserer Verantwortung, eine sichere Umgebung für unsere Gemeinschaften zu schaffen. Das können wir zum Beispiel tun, indem wir ein Sicherheitsnetz von Personen herstellen (Ambassadors für SASCE), die sich dafür verantwortlich fühlen, an der Zusammenarbeit, an den Resourcen und guten Praktiken zur Verhinderung (bzw. Verminderung der Auswirkungen) zu arbeiten.

Es ist ein Prozess – wir fangen klein mit Krisenmanagement an, um im Ernstfall für Gewaltsituationen gewappnet zu sein. Und warten nicht, bis das Schlimmste passiert. Sicherheit für ALLE – um Leiden zu vermeiden und alle Wesen zu retten.

Tsunma Jinpa, 8.November 2022

Link zur SASCE-Seite der Europäischen Buddhistischen Union:

https://europeanbuddhistunion.org/sasce

Auf der Seite finden Sie eine E-Mail-Adresse und ein Meldeformular für den Fall, dass Sie eine Belästigung oder Bedrohung melden möchte.

Und wenn Sie auf dieses Bild klicken, finden Sie einen Link zum Video von der Veranstaltung: