Religions for Peace International zu den aktuellen Ereignissen in Myanmar

2. Februar 2021

Religions for Peace International steht an der Seite der Menschen in Myanmar. Unsere Organisation, die führende religiöse Persönlichkeiten und Institutionen über ein halbes Jahrhundert zusammengebracht hat und vereint für die Heilung dieses Landes betet, verurteilt alle Handlungen, die dem demokratischen Willen der Menschen Myanmars entgegenstehen.

In diesem Sinn appelliert Religions for Peace International an die militärische Führung, alle aus politischen Gründen Inhaftierten sofort freizulassen, die zivile Regierung wiederherzustellen und sich weiterhin für Frieden und Versöhnung in Myanmar einzusetzen. 

Religions for Peace zum Putsch in Myanmar

Führende Persönlichkeiten aus den Religionsgemeinschaften der Buddhisten, Christen, Hindus und Muslime, haben sich unter dem Dach von Religions for Peace Myanmar mit unzähligen gemeinsamen Aktionen für Frieden und Versöhnung in ihrem Land eingesetzt.

Kardinal Charles Bo, Co-Präsident von Religions for Peace International und Vorsitzender von Religions for Peace Myanmar, gab am 25. Januar 2021 eine Erklärung[1] ab, in der ein militärischer Einsatz als Lösung für die Herausforderungen des Landes strikt abgelehnt wird und alle in Machtpositionen dringend aufgefordert werden, nicht von dem Weg hin zu Demokratie, Frieden und Versöhnung abzuweichen. 

Die Grundsätze, die in dieser Erklärung zum Ausdruck kommen, stehen in Übereinstimmung mit den Werten, die das Beratungsgremium für nationale Versöhnung und Frieden (Advisory Forum for National Reconciliation and Peace) von Religions for Peace Myanmar 2019 formuliert[2] hat. Das Beratungsgremium ist ein Beispiel für inklusiven Dialog auf der Basis von Menschenrechten und Völkerrecht. 

Religions for Peace ruft daher die Träger nationaler Verantwortung auf, den zusammen mit dem Beratungsgremium begonnene Prozess weiterhin zu respektieren und zu unterstützen, so dass die religionsübergreifende Sorge und Unterstützung für Flüchtlinge und ausgegrenzte Menschen weiterhin gewährleistet ist. Zusammen mit der Wiederherstellung der zivilen Regierung sind dies Akte der Barmherzigkeit und der Einhaltung der Selbstverpflichtung, Frieden und Versöhnung zu in einem Land zu realisieren, dessen Menschen schon lange und tapfer Leiden ertragen haben. 

Die Zukunft gehört den Menschen in Myanmar. Ihre Stimmen wurden gehört, als sie ihre politische Führung gewählt haben. Die Zusammenarbeit der religiösen Führungspersönlichkeiten in Myanmar belegt ihren Mut und ihren Glauben und, solange sie dem Wohl aller dienen können, legt sie auch Zeugnis ab für den guten Willen der Regierenden. 

Übersetzung:  Johannes Lähnemann, Kirsten Schulte

Die Deutsche Buddhistische Union stellt sich inhaltlich voll hinter diese Erklärung und begrüßt, dass diese – auch im Namen der Buddhisten – veröffentlicht wurde.

Wir hoffen, dass eine Erklärung, die von vielen Religionsgemeinschaften getragen wird, mehr Wirkung entfalten kann, als die Stimmen einzelner.


[1] Erklärung vom 25. Januar 2021: https://www.rfp.org/urgent-fraternal-appeal-for-peace-and-reconciliation/ (EN)

[2] Beratungsgremium, 16. November 2019: https://www.rfp.org/religions-for-peace-3rd-advisory-forum-in-myanmar-expands-open-space-for-national-reconciliation-and-peace-and-celebrates-the-international-day-of-tolerance/ (EN)

Meldung von Religions for Peace im Original (EN):

https://www.rfp.org/religions-for-peace-international-statement-on-unfolding-events-in-myanmar/