Erste buddhistische Schule in Uganda eröffnet

22. Mai 2022

Im März dieses Jahres gab das Uganda Buddhist Centre die Eröffnung der ersten buddhistischen Grundschule des Landes bekannt. Die thailändische Botschafterin in Kenia, Sasirit Tangulrat, kam zur offiziellen Zeremonie nach Uganda und überreichte dem ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni ein Beglaubigungsschreiben. Der Festakt fand am 31. März 2022 statt und wurde im Fernsehen übertragen; die Sendung ist auf YouTube zu sehen. 

Uganda  – Erste Buddhistische Schule, YouTube

Das Uganda Buddhist Centre wird von dem ersten in Uganda geborenen buddhistischen Mönch, Bhikku Ugandawe Buddharakkhita, geleitet und die sogenannte Friedensschule ist eines der Projekte des Zentrums. „Dies wird eine Schule sein, in der die Menschen lernen, ihre Hände zu schulen, ihren Kopf zu schulen und auch ihr Herz durch Meditation zu schulen“, so Bhante Buddharakkhita auf der Eröffnungsfeier. Die Schule, die ihren Schülerinnen und Schülern kostenlosen Unterricht anbietet, will den Kindern Bildung in einem ethischen und achtsamen Umfeld vermitteln, das zu innerem und äußerem Frieden beitragen soll. „Die Schule basiert auf einer buddhistischen Perspektive, lehrt aber auch traditionelle afrikanische Ethik und Werte wie die Ubuntu-Philosophie, die erklärt wird als ‚der Glaube an ein universelles Band des Teilens, das die ganze Menschheit verbindet‘“, ist auf der Website des Zentrums zu lesen.

Das Uganda Buddhist Centre, das erste und bisher einzige buddhistische Zentrum in dem afrikanischen Land, wurde 2005 in der Stadt Entebbe gegründet, nachdem der Ehrwürdige Bhante Buddharakkhita aus Indien in sein Heimatland zurückgekehrt war. 

In Indien hatte er einen Bachelor-Abschluss in Handel machen wollen, aber dann veränderte eine Begegnung mit zwei buddhistischen Mönchen aus Thailand sein Leben für immer. In den Jahren 1995 bis 1998 reiste er nach Thailand, um die dortige Kultur und den Buddhismus zu erkunden. Seine monastische Ausbildung erhielt er in den Vereinigten Staaten unter der Leitung seines inzwischen verstorbenen Lehrers, dem Ehrwürdigen Sayadaw U Silananda. 2002 erhielt er die volle Ordination im Tathagata Meditation Center in Kalifornien. 

„Ich lehre den Theravada-Buddhismus mit afrikanischem Einschlag, um sicherzustellen, dass die Menschen den Buddha verstehen und ihn nicht als etwas Seltsames, Fremdes und Asiatisches ansehen“, erklärte Bhante Buddharakkhita 2020 in einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Guardian. „Ich sehe viele Menschen in Uganda und Afrika leiden, meine Rolle sehe ich als Wegbereiter für einen Paradigmenwechsel vom Leiden zum Glück.“ Die Meditationspraxis sei eine Möglichkeit, das koloniale Trauma Afrikas zu heilen, unterstrich Bhante Buddharakkhita. 

Kirsten Schulte 

Weitere Informationen

Das Uganda Buddhistcenter, auf dieser Seite gibt es auch viele Fotos:
ugandabuddhistcenter.org

Beitrag auf dem Nachrichtenportal Buddhistdoor Global, 4. April 2022:
buddhistdoor.net/news/first-buddhist-primary-school-opens-in-uganda

Interview mit Bhante Buddharakkhita in The Guardian, 7. Dezember 2020:
theguardian.com/global-development/2020/dec/07/ugandan-monk-bhante-buddharakkhita-buddism-buddhist-uganda-africa-mindfulness-meditation ugandabuddhistcenter.org 

Fernsehsendung zur Eröffnung, YouTube:
youtu.be/e4G58YRo8Qo