Fachtagung „Buddhismus an Schulen“ an der Universität Hamburg

4. Dezember 2021

Die Akademie der Weltreligionen und der Arbeitsbereich Religionspädagogik der Universität Hamburg veranstalteten vom 18. bis 19. November 2021 eine Fachtagung zum Thema: „Buddhismus an Schulen: Bestandsaufnahme und Perspektiven“. Dazu luden Dr. Carola Roloff und Prof. Dr. Thorsten Knauth 24 Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, Religion und Schulpraxis ein, um von ihren Konzeptionen und Erfahrungen mit Buddhismus im Schulunterricht in Österreich, Berlin, Hamburg und NRW zu berichten und diese in einer offenen und kritischen Diskussion zu beleuchten. 

Dr. Carola Roloff

Der konfessionelle buddhistische Religionsunterricht (BRU), den es an Österreichs Schulen seit 1993 gibt und der Religionsunterricht für alle (RUfa), das Hamburger Modell, das den Schülerinnen und Schülern kaum Gelegenheit gibt, sich mit authentischen Buddhismus auseinanderzusetzen, bildeten bei dieser Tagung zwei Pole, die einander gegenüber stehen.

In einer Zeit, da die Krise des Religionsunterrichts außer Zweifel steht und pluralistische Experimente aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen schier unmöglich erscheinen, stieß diese Tagung auf großes Interesse.

Faktum ist sowohl in Hamburg als auch Österreich, dass die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler selbst heutzutage im Lauf ihrer Schullaufbahn kaum von Buddhismus hören. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass interessierte Lehrer:innen mit ihren Klassen lokal vorhandene buddhistische Zentren besuchen, bzw. ehrenamtlich tätige Buddhistinnen und Buddhisten zu Gastvorträgen in ihre Klassen einladen. Auch dieses Modell einer informellen Buddhismus-Vermittlung wurde in einem der Vorträge angesprochen. Der schulische Alltag einerseits und der Mangel an kompetenten Vermittler:innen lassen auch dieses Modell als unzureichend erscheinen.

Anders als für andere Teilnehmer:innen auf dem religiösen Markt, steht den Buddhistinnen und Buddhisten keine akademische Ausbildungsmöglichkeit, wie anderen Theologinnen und Theologen zur Verfügung. Selbst die unermüdlichen Bemühungen der Professorin Carola Roloff von der Akademie der Weltreligionen scheinen nur bescheidene Früchte zu tragen. Dass sie federführend diese Tagung im Museum am Rothenbaum diesen November mit Referent:innen aus Wissenschaft, Religionspädagogik und Politik zustande gebracht hat, ist ein großes Verdienst im Sinne des gesellschaftlichen Miteinander in einem dialogischen und pluralistischen Geist.

Mag. Kurt Krammer