Junges Buddhistisches Netzwerk im (Winter-)Retreat

4. Juni 2026 | _Alle | DBU | Junges Buddhistisches Netzwerk | Meditation | Veranstaltung

Vom 2. bis 9. März 2026 organisierte das Junge Buddhistische Netzwerk zum zweiten Mal ein eigenes Retreat in der Metta Vihara im Allgäu. Ein besonderer Dank gebührt dabei Moana und Jona: Die beiden hatten die gesamteAbstimmung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Metta Vihara sowie mit der Meditationslehrerin RomySchlichting vom Buddha-Haus München übernommen. Auch ihr unermüdlicher Einsatz in der Küche der Metta Vihara verdient besondere Anerkennung.

An einem Montagabend kamen wir in der Metta Vihara an – mitten auf einem Berg, in einem abgelegenen Winkel desAllgäus. Wir, das waren elf junge Menschen aus allen Gegenden Deutschlands, die sich teilweise noch nie begegnet waren. Für viele von uns war es außerdem das erste Retreat. Da ich nicht für die anderen sprechen kann, tue ich es hier für mich. Aber vielleicht ging es anderen ähnlich. Mit der Ankunft stellte sich mir zunächst die Frage: Was mache ich hier eigentlich?

Nach der Begrüßung und einer Einführung in die Räumlichkeiten besprachen wir unseren Tagesablauf. Vor uns lag eineWoche mit Meditationen, Arbeiten im Garten und im Haus sowie gemeinsamen Aktivitäten, wie Wanderungen, Yoga undeiner regelmäßigen Gesprächsrunde am Morgen. Dazu kam das wunderbare Wetter – die Aussichten schienen also durchweg positiv.

Doch war da etwas, was mich beängstigte: das Schweigen. Natürlich gab es feste Zeiten für den Austausch, etwa in den Gesprächsrunden und auf den Wanderungen. Aber was geschah in den vielen Stunden dazwischen? Und wie würde der Freitag werden, den wir komplett schweigend verbringen wollten? Romy Schlichting vom Buddha-Haus München, die uns während des Retreats mit viel Geduld, Achtsamkeit und Weisheit begleitete, sprach bei der ersten gemeinsamen Meditation am Abend unserer Ankunft genau darüber: Was passiert, wenn wir schweigen? Und über jenen Raum, der durch das Schweigen geöffnet wird. Den Raum zwischen Reiz und Reaktion. Romy ermutigte uns, während unserer Retreat-Zeit eben diesen zu erkunden. 

Neben den morgendlichen Austauschrunden und den täglich drei gemeinsamen Meditationen freuten wir uns über eine zusätzliche Austauschrunde mit Bhikkhuni Rakkhita. Sie gab tiefe Einblicke in ihr Leben als Wandernonne. Für einige von uns war es außerdem der allererste Kontakt mit einer ordinierten Person. Wir waren alle sehr dankbar für ihren Segen zum Abschluss unseres Aufenthaltes. Die abendlichen Meditationen wurden von gemeinsamem Mantra-Singen und Vorträgen von Romy begleitet. Dabei ging es neben Grundlagen von Achtsamkeit und Metta auch um Ayya Khema, ihr Leben und ihre Lehre. Schlussendlich konnte ich mir die Frage, was ich hier eigentlich tue, gut beantworten – das dürfte den anderen ähnlich gegangen sein. Für mich ist es eine tiefgehende Erfahrung gewesen – vielleicht gerade auch, weil der Wechsel zwischen den Phasen, in denen wir uns austauschten, und jenen, in denen wir schwiegen, manchmal fordernd war. So verbrachten wir – meist schweigend und achtsam gegenüber uns selbst und unserer Umwelt – eine intensive gemeinsame Woche. Aufgrund all dieser tiefen gemeinsamen Erfahrungen freuen wir uns bereits auf das mögliche kommende Retreat und werden es vielleicht lieber Frühlingsretreat nennen.

Finn Makolla

Mehr Informationen: buddhismus-deutschland.de/buddhistische-jugend