Ole Nydahls Klage in dritter Instanz abgewiesen

29. Januar 2021

Der Däne Ole Nydahl ist Gründer und Lehrer des Diamantweg-Buddhismus, einer Schule des tibetischen Buddhismus. In die Kritik geraten ist er wegen Äußerungen, die von mehreren Medien und Einzelpersonen öffentlich als rechtsradikal, fremden- und islamfeindlich eingestuft wurden. Ole Nydahl hat sich immer wieder vehement mit gerichtlichen Schritten oder der Androhung solcher Schritte gegen jede Kritik gewehrt. Betroffen ist davon unter anderem der Mönch Tenzin Peljor, der seit Oktober 2020 Ratsmitglied der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) ist.

Rechtsstreit Ole Nydahl

Einen jahrelangen Rechtsstreit führte Ole Nydahl auch mit dem Gründer und ehemaligen Herausgeber der Zeitschrift UrsacheWirkung, Prof. Dr. Peter Riedel. Der hatte ihm im Internet-Blog der Zeitschrift vom 7. Dezember 2017 vorgeworfen: „Ole verunglimpft seit Jahrzehnten Menschen islamischen Glaubens und differenziert nicht, ob diese ihre Religion friedfertig oder kriegerisch ausleben. Seine Äußerungen können die Gesellschaft in Deutschland spalten. Er ruft dazu auf, rechtsradikale Parteien zu wählen. Er behauptet, wer den Koran verstanden hätte, hätte flüchtende Menschen nicht aus dem Wasser geholt. Ertrinkende Familienväter nicht aus dem Wasser zu holen bedeutet, sie ertrinken zu lassen. Er lässt Kritiker [ver-]klagen.“ 

Ole Nydahl hatte durch seinen Rechtsanwalt Jan Weber, ein Vorstandsmitglied der Diamantweg-Stiftung, Peter Riedl mit einem hohen Ordnungsgeld und Ordnungshaft von bis zu zwei Jahren gedroht und so versucht, ihn zu einer Gegendarstellung in seiner Zeitschrift zu bringen. Dies war bereits in erster und zweiter Instanz von Österreichischen Gerichten abewiesen worden, nun ist er in dritter Instanz vor dem Obersten Gerichtshof in Wien damit gescheitert. Das berichtete UrsacheWirkung in einem Blogbeitrag vom 8. Januar 2021. 

Der Buddhistische Dachverband Diamantweg e. V. (BDD) war seit seiner Gründung 1991 bis Ende 2019 Mitgliedsgemeinschaft der DBU. Auf der jährlichen Mitgliederversammlung der DBU im Mai 2019 hatte sich eine große Mehrheit der Mitgliedsgemeinschaften dafür entschieden, ein Ausschlussverfahren gegen den BDD einzuleiten, da sie den Ruf der DBU durch die herabwürdigenden und pauschalisierenden Äußerungen Ole Nydahls gegenüber dem Islam, Muslimen und Migranten gefährdet sahen. Es könne der öffentliche Eindruck entstehen, diese Meinung sei Konsens unter den Buddhistinnen uns Buddhisten der DBU. Trotz intensiver Bemühungen konnte kein Einlenken durch Nydahl und den BDD erreicht werden. 

Der BDD hatte seinerseits mit einem Schreiben vom 17.06.2019 seinen Austritt aus der DBU erklärt. Dieser wurde mit Ende des Jahres wirksam.

Weitere Informationen: 

UrsacheWirkung, Meldung vom 8. Januar 2021
www.ursachewirkung.com/blog/3979-das-drama-des-ole-nydahl-rechtsextrem-statt-erleuchtet

Deutschlandfunk, Beitrag vom 26. Januar 2021 in der Sendung Tag für Tag
www.deutschlandfunk.de/buddhistischer-meister-lama-ole-unterliegt-in-rechtsstreit.886.de.html?dram:article_id=491422