DBU-Seminar zum Leben und Sterben findet großen Anklang

22. Dezember 2025 | _Alle | Allgemein | Bhāvanā | Veranstaltung

Vom 21. bis 23. November 2025 fand in Hannover das DBU-Seminar „Leben, Sterben und das Danach“ unter Leitung der Ehrwürdigen Dagmar Doko Waskönig sowie Tsunma Konchok Jinpa Chodron im Zen Dojo Shobogendo in Hannover mit knapp 20 Teilnehmenden statt.

© Zen Dojo Shobogendo

„Das Leben ist vergänglich, wir alle müssen sterben.“ Mit dieser Erkenntnis, die meditativ eingeübt wurde, begann am Samstag der erste Tag des Seminars. Im anschließenden Theorieblock lernten die Teilnehmenden die Prozesse des Sterbens aus buddhistischer Sicht kennen. 

In einer weiteren Meditation wurden die Teilnehmenden eingeladen, selbst den unweigerlich bevorstehenden Prozess des Loslassens einzuüben: „Meinen Wohnort – ich lasse ihn los. Alle Dinge, die mir wichtig sind – ich lasse sie los. Meine lieben Freunde und Familie – ich lasse sie los. Selbst meinen Körper und meinen Geist – ich lasse alles los.“ Später am Tag folgte eine Diskussion zu praktischen Vorbereitungen auf das Sterben sowie eine Meditation für Verstorbene.

Der zweite Tag begann mit einem Punkt, den viele Teilnehmende mit Spannung erwartet hatten: Eine Übung zur „essenziellen Phowa*-Praxis“. Im Nachhinein berichteten Einige, dass sie die Übung als intensiv, aber auch als tief ansprechend und verändernd wahrgenommen hätten.
Im Theorieteil am zweiten Tag ging es um die verschiedenen Möglichkeiten der Wiedergeburt. Damit hatten manche Teilnehmende ihre Probleme: „Für mich waren es zu viele Informationen, mit denen ich nicht direkt etwas anfangen konnte“, ließ eine Teilnehmerin verlauten. „Nicht noch ein Bardo!“, kommentierte eine andere.

Insgesamt zogen die Teilnehmenden in der abschließenden Feedbackrunde aber einstimmig ein positives Fazit. Ihnen gefiel besonders, dass mit Doko und Jinpa „zwei starke Frauen“ das Seminar geleitet hatten. Außerdem lobten sie den guten Mix aus Meditation, Theorie und Gruppenarbeiten. In letzteren konnten die Teilnehmenden sich auf persönlicher Ebene über das Gehörte ausgetauscht und darüber reflektieren.

© Zen Dojo Shobogendo

Eine Besonderheit des Seminars war, dass Viele bereits Erfahrungen in der Sterbebegleitung mitbrachten. Eine Teilnehmerin berichtete eindrücklich, wie sie in diesem Rahmen direkt das Sterben einer Person miterlebt hatte: „Ich spürte hautnah, dass im Tod ganz andere Kräfte wirken als in unserem üblichen Alltag. Das hat mich ziemlich umgehauen!“

Joel Stoy

Erläuterung:

*Phowa ist die Übertragung (durch sie selbst, oder andere) des Bewusstseins einer Person zum Zeitpunkt ihres Todes, in eine visualisierte Manifestation des Erleuchtungsgeistes. Die essentielle Phowa ist eine sehr vereinfachte Form davon, die auch von Ungeübten und Nicht-Buddhist:innen verwendet werden kann. Eine Version davon ist im Buch „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“, O.W.Barth Verlag, zu finden.