Weil die DBU viel zu bieten hat 

4. September 2022

Delegiertenversammlung der Deutschen Buddhistischen Union
vom 24. bis 26. Juni 2022 im Bodhicharya, Berlin 

„Ich beschäftige mich höchstens einmal im Jahr mit der Deutschen Buddhistischen Union – ein Fehler, wie mir auf der diesjährigen Mitgliederversammlung sehr deutlich wurde. Warum? Weil die DBU viel zu bieten hat.“ (Menno Visser in seinem Bericht an den Zen-Kreis Bremen)

Insgesamt bot der Dachverband ein stabiles, aktives Bild. Die Corona-Pandemie ist ohne Schaden überstanden, die DBU steht auf einer soliden finanziellen Grundlage, der erstmals diversere Rat hat sich trotz vorwiegender Online-Arbeit gut zusammengefunden und die vielen Arbeitsgemeinschaften decken zahlreiche Themenfelder ab. 

Zukunftsausrichtung und Verortung in der weiteren Gesellschaft ist ein Thema für die DBU: Am Tag vor der Delegiertenversammlung hatte sie einen Workshop zum Thema engagierter Buddhismus organisiert, die Ergebnisse wurden in einem gesonderten Bericht veröffentlicht. Die Projektgruppe des Zweijahresthemas „Krisen und Transformation“ stellte ihre Aktivitäten vor. Das Thema hatte Interessierte angezogen, die sich in Arbeitsgruppen zu Unterthemen zusammenfanden und unter anderem neue AGs wie Seelsorge, Interreligiöser Dialog und Vertrauen initiierten. Die Öffnung für die jüngere Generation steht immer wieder auf der Tagesordnung. Eine Vertreterin der Jungen Buddhistischen Union nahm an der Delegiertenversammlung teil. 

Die Chefredakteurin von BUDDHISMUS aktuell, Susanne Billig, berichtete, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Redaktionsteam und dem Rat und Vorstand der DBU von gegenseitigem Vertrauen geprägt wäre, was sich sehr förderlich auf die Arbeit auswirkte. Eine neue Webseite ist in Arbeit und soll noch in diesem Jahr online gehen. In der AG Unterricht, einem weiteren Flaggschiff der DBU, hat ein Generationenwechsel stattgefunden, die Webseite ist überarbeitet und um neue Materialien ergänzt worden. Die AG wünscht sich Verstärkung und eine intensive Zusammenarbeit mit der DBU. Eine Zukunftsvision ist der Aufbau einer zertifizierten Akademie für buddhistischen Religionsunterricht. Das Studienprogramm der DBU steckt in einer Erneuerungsphase, die leider durch eine Krankheit der Koordinatorin ins Stocken gekommen ist.

Über die Arbeit der Europäischen Buddhistischen Union (EBU) berichteten deren Vertreterin im Europarat, Gabriela Frey, und der Präsident der EBU, Ron Eichhorn, per Videokonferenz. Ron Eichhorn stellte ein aktuelles Projekt der EBU vor: SASCE – Safer and Stronger Communities in Europe (sicherere und stärkere Gemeinschaften in Europa) –, ein Trainingsprogramm für Leiterinnen religiöser Zentren, das dazu dienen soll, Menschen an religiösen Orten, die überproportional von gewalttätigen Angriffen betroffen sind, zu schützen. Am 23. Oktober wird dazu eine Konferenz im Rigpa-Zentrum in Berlin stattfinden, die die DBU noch gesondert ankündigen wird. 

Auf der Ebene der Mitgliedsgemeinschaften ist ein Wachstum zu verzeichnen: Der Aufnahmeantrag des Nyingma Zentrum Deutschland e. V. ist angenommen worden, die Gemeinschaft befindet sich nun im dreijährigen Probestatus. Zwei weitere Mitgliedschaften – Marpa Lobdra Germany e. V. und zen in münchen – sind nach Beendigung der Probezeit als Vollmitglieder aufgenommen worden.

Natürlich wurden alle protokollarischen Pflichten erfüllt: Entlastung des Vorstands, Jahresbericht von Vorstand, Rat und BUDDHISMUS aktuell, Haushaltsplan und so weiter. Weitere Themen waren unter anderem die Stimmrechtsreform, eine Aktualisierung der Wahlordnung und der Status der AGs der DBU. Die Details sind dem Protokoll zu entnehmen, welches nicht nur an die Mitgliedsgemeinschaften verschickt, sondern auch auf der Website der DBU veröffentlicht wird. 

Zu dem interessanten und gelungenen Treffen trug nicht zuletzt auch der wunderbare Rahmen bei, den das Bodhicharya in Berlin bot. Die Gemeinschaft stellte mitten in der Großstadt einen geschützten, friedvollen Raum zur Verfügung und sorgte unauffällig-freundlich dafür, dass in dem Garten mit den vielen kleinen, schön gestalteten Bereichen in den Pausen Entspannung und anregende Gespräche stattfinden konnten.  

Die Mitgliederversammlung endete mit der Rezitation des Bekenntnisses und einer Widmung.

Kirsten Schulte 

Protokoll
buddhismus-deutschland.de/informationen-ueber-den-rat