Buddha – und nicht Beton

13. Juni 2022

Kurzbericht über die Kundgebung am 11. Juni im Rahmen des Buddhistischen Aktionsmonats. 

Die DBU-AG „Buddhismus und Umwelt“ hat ihre kleinen aber feinen Kundgebungen vor den Zementfabriken der Firmen „HeidelbergCement“ und „Holcim“ bei Hannover am 11. Juni erfolgreich durchgeführt. Diese im Rahmen des europäischen „Buddhistischen Aktionsmonats BAM“ veranstalteten Mahnwachen sollten auf die kaum bekannte Tatsache hinweisen, dass die Zementindustrie global mehr als dreimal so viel CO2 produziert wie der gesamte Flugverkehr. Gleichzeitig sollten diese seit langem geplanten Versammlungen die Gründe aufzeigen, warum sich viele DBU-Mitglieder gesellschaftlich engagieren – der ausführliche Text kann bei Manfred Folkers, angefordert werden. Somit diente diese Aktion auch der Vorbereitung des Workshop-Tags „Buddhistisches Engagement – und seine Grundlagen im Dharma“ vor der DBU-MV am 24. Juni in Berlin.

Kundgebung der AG Umwelt am 11. Juni 2022

Manfred Folkers, Mitglied im Rat der DBU und Leiter der Arbeitsgruppe Umwelt sagte dazu: 

„Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass bei der Produktion von Zement global drei- bis viermal so viel CO2 entsteht wie durch den gesamten Flugverkehr. Der daraus hergestellte Beton im Wohnungs- und Straßenbau ist für die weiter zunehmende Zersiedelung und Bodenversiegelung verantwortlich. Diese ungesunde Lebensweise zu Lasten unserer Kinder und Enkel gilt es zu erkennen und zu ändern.“

Intensiver Flächenverbrauch durch den Abbau von Kalkstein, Firma Holcim, © Claus Herboth

Die DBU weist mit ihrer Veranstaltung auch auf die buddhistischen Praktiken Meditation und Achtsamkeit hin. Diese verwirklichen die Essenz der buddhistischen Lehre: „Das Heilsame tun – das Unheilsame lassen“. 
„Die Anwendung der Lehre des Buddha (Dharma) ist eine überzeugende Kraftquelle für ein ökologisches Engagement. Sie fördert eine innere Transformation und beflügelt auf diese Weise den Einsatz für eine notwendige gesellschaftliche Transformation des menschlichen Zusammenlebens“, sagt Claus Herboth, Rats- und Vorstandsmitglied der DBU.

Die Kern-Forderungen der Gruppe sind

1. Aufklärung über die Klimafolgen der Beton- und Bauindustrie 
2. Reduktion der Verwendung von Zement und Beton 
3. Weniger Neubau, mehr Sanierung 
4. Änderung der Bau-Politik mit immer mehr neuen Gebäuden und Versieglung von Flächen.  
5. Aufzeigen von Veränderungsmöglichkeiten jedes Einzelnen, um Verbesserungen für die Gesellschaft und die Umwelt zu erreichen.

Einfahrt zum Zementwerk der Firma Holcim in Sehnde, © Claus Herboth

Ablauf der Demonstration

11:15 Uhr: Kurzes Treffen vor dem Werkstor „HeidelbergCement“, Lohweg 34, 30559 Hannover  
ab 11:30 Uhr: Kundgebung vor dem Tor 2 der Zementfirma „Holcim“, Hannoversche Straße 28 in Höver, 31319 Sehnde 
ab 13:30 Uhr: Spaziergang zum Steinbruch-Gelände (Mergelbruch) direkt gegenüber – inklusive Gehmeditation

Aus buddhistischer Sicht sind Individuen und Gesellschaft eine lebendige Einheit und Teilnehmende einer grundsätzlichen Verbundenheit. Menschen verwirklichen diesen Beziehungsreichtum, indem sie daraus eine universelle Verantwortung ableiten, deren Wirksamkeit sich durch die Verminderung des eigenen Beitrags an der Schädigung der Mitwelt verbessern lässt.

Über Manfred Folkers

Manfred Folkers ist Mitglied im Rat der DBU, Leiter der AG Umwelt in der DBU und Co-Buchautor des Buchs „All you need is less – Eine Kultur des Genug aus ökonomischer und buddhistischer Sicht“ (2020).